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Zweiter Band.
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Q-uetelet, über den Menschen.

Gesetze gegründet, und sonach von jenem gänzlich verschieden, woman sich größtenthcils der reinen Spekulation hingab, und von demWege, den man sonst bei der Untersuchung der Naturgesetze zu be-folgen pflegt, ganz abgegangen ist. Aus diesem Grunde spricht derVerfasser für seine Mittheilungen die Benennung der Neuheit an,da sich bisher mit ihnen Niemand, wenigstens nicht so umfassend, be-schäftigte, als er selbst. — Allein hier entsteht vor allem die Frage,ob eS überhaupt möglich sey, die körperlichen und geistigen Funktio-nen des Menschen auf Zahlen, und auf aus diesen Zahlen abgeleiteteGesetze zu gründen. — Bei dem einzelnen Menschen, bei dem In-dividuum allerdings nicht, aber wohl bei der ganzen Gattung,wo alle jene. Anomalien, die wir bei dem Individuum nur dem Zu-falle zuschreiben, verschwinden, und wo der Gegenstand, den wir be-trachten, im Großen, gleichsam nur in seinen Hauptzngcn, hervor-tritt. Ganz eben so nämlich, wie oben bei den Mortalitätslisten,welche keineswegs die Lebensdauer des einzelnen Menschen für sich,sondern nur die des integrirenden Theils einer großen Gesellschaftvon Menschen mit so auffallender Sicherheit bestimmen. Wenn manbloß diesen Einzelnen im Auge behalten hätte, so wüßten wir nichtsvon der Sterblichkeit des menschlichen Geschlechts, und statt jenemgroßen Gesetze, daß alle Völker in schweigendem Gehorsam befolgen,und befolgen müssen, würden wir nur eine Reihe unzusammenhängen-der Thatsachen besitzen, aus denen man keine Folgerung ziehen könnte,so wie man z. B. aus einzelnen, dem Orte und der Zeit nach zer-streuten Barometer- und Thermometer-Beobachtungen nie eine derWahrheit gemäße Theorie unserer Witterung ableiten wird, so oftman dieß auch schon versucht haben mag. Dasselbe, waS hier vonder Mortalität deö Menschen gesagt worden ist, gilt aber auch vonallen seinen körperlichen und geistigen Funktionen, die vermuthlich ebenso bestimmten Gesetzen unterworfen sind, als jene. Ob diese Ver-muthung aber auch richtig ist, das wird, ohne hier erst lange darüberzu rechten, am besten auö der Erfahrung selbst hervorgehen, da Nie-mand an der Möglichkeit der Lösung eines Problems mehr zweifelnkann, sobald ihm die Lösung selbst gegeben wird.

Wir wollen hier mit dem Verfasser nur ein Beispiel von derRegelmäßigkeit geben, mit welcher in Frankreich, wo darüber sehrgute und umfassende Beobachtungen seit einer Reche von Jahren an-gestellt worden sind, Ereignisse vorzufallen pflegen, die nach der bis-herigen allgemeinen Ansicht bloß von dem Zufalle, von dem blinden