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Quetelet, über den Menschen.
fleißigsten Bezirke in Lucca, deren Einwohner einen früher dort un-bekannten Grad von Lebenskraft, Heiterkeit und sittlicher Bildung insich entwickelt haben. — Auffallender noch ist die Nachricht, die unsDr. Schmidt (in der preuß. mediz. Zeitung 1833, S. 178) vonPaderborn, oder eigentlich von der unweit jener Stadt gelegenenGemeinde Hövclhoff, gegeben hat. In dieser Gemeinde waren seitvierzig Jahren die Wechselsieber so stationär geworden, daß beinahekein Einwohner davon verschont blieb. Wassersüchten sand man injedem Hause, und der ganze Ort war ein Bild des Jammers ge-worden, so daß alle Geistliche, Schullehrer und Zollbeamte die Ver-setzung nach Hövelhoff als eine Art von TodeSurtheil betrachteten. ImJahre 1827 erhielt der genannte Arzt den Auftrag, eine in demOrte auSgebrochene typhöse Epidemie zu behandeln, und fühlte sichbei dieser Gelegenheit veranlaßt, der Ursache der ewigen Fieber indiesen Gegenden nachzuspüren. Er sand sie bald in den sehr bedeu-tenden Versumpfungen, deren Beseitigung auf seinen Vorschlagauch ausgeführt wurde. Seitdem ist daö Fieber aus diesen Gegendenganz verschwunden, und der Gesundheitszustand der Einwohner so gut,als er nur irgendwo in Norddeutschland seyn kann. Die jährlicheAnzahl der Todesfälle war sonst über 150, und jetzt, seit dem Jahre1833, ist sie nur 30 bis 35.
Selbst in einzelnen Gaffen derselben Stadt wiederholt sich dieseBemerkung. So ist in drei Straßen zu Paris, wo alles Wasser,das aus den Häusern und vom Himmel kommt, stehen bleibt, bis eSverdunstet, die Sterblichkeit schon seit vielen Jahren wie 1 zu 30,während sie in den anderen, trockenen Straßen nur wie 1 zu 50 ist.
Nach allen bisher angestellten Beobachtungen scheint die Sterb-lichkeit der Knaben in ihrem ersten Lebensjahre bedeutend größer zuseyn, als die der Mädchen. Selbst schon bei den Todtgebornen istdas Verhältniß der Knaben zu den Mädchen wie 3 zu 2; in denzwei ersten Monaten nach der Geburt aber wie 4 zu 3; von da biszum fünften Monat wie 5 zu 4, und erst nach dem neunten Monatscheint endlich dieser Unterschied ganz zu verschwinden. — Aber welchesist die Ursache dieser merkwürdigen Erscheinung? In dem bereits obenerwähnten Ueberschuffe der männlichen Geburten liegt er nicht, da dieAnzahl der männlichen Geburten zu den weiblichen sich kaum wie 20zu 19 verhält. Nach der S. 146 gegebenen Tafel ist die Sterblichkeit dermännlichen Kinder mehrere Monate nach der Geburt bedeutend größer,als die der weiblichen. Von dem ersten bis vierzehnten Jahre sind