492 Quetelet, über den Menschen.
20 und 25 Jahren, wo der menschliche Körper vollkommen entwickelt,und im Besitze seiner vollen Kraft ist. Wie verläßlich diese Bestim-mungen sind, kann man unter andern daraus sehen, daß Lombard inGenf, ohne von den Arbeiten deS Vcrf.'S zu wissen, durch seine Be-obachtungen auf ganz ähnliche Resultate gekommen ist.
WaS der Vers. 197 über den Einfluß der verschiedenen Tages-stunden auf die Sterblichkeit sagt, übergehen wir hier, da er eS selbstfür unzuläßig ausgibt, weil ihm die nöthigen Beobachtungen dazumangeln. Aehnliche Klagen lassen sich auch gegen die verschiedenenKrankheiten, als Ursachen der Stcrbesälle, erheben, da hier die Son-derung der Krankheiten so schwer wird. Bemerken wir, Laß nacheiner Uebersicht der Jahre 1820 bis 1834 in Preußen auf 122 Ge-storbene schon eine Pockenleiche kömmt, und daß diese Zahl, die Ster-befälle an den Pocken, noch immer zuzunehmen scheint. In Sachsenkömmt sogar schon auf 68 Verstorbene eine Pockenleiche, und in Pa-ris auf 75. — Die eigentliche Altersschwäche hat nahe den achtenTheil aller in jener Periode Verstorbenen getödtct, ein Beweis, daßwenigstens in diesem Lande viel mehr Menschen, als man gewöhnlichglaubt, Alters halber sterben.
So beunruhigend dieses Wiederaufleben der Pockenkrankheit inden neuesten Zeiten erscheint, so sind doch ihre gegenwärtigen Opfergar nicht in Vergleich zu stellen mit denjenigen, die noch zur Zeit derJugend vieler unserer Leser von dieser Völkergeißel gefordert wurden.
Noch in den letzten zwei Decennien deS vorhergehenden Jahrhunderts,von 1780 bis 1800, kam nach sehr sicheren Berechnungen schon aufdreizehn Verstorbene eine Pockenleiche.
Eine nicht minder große Berücksichtigung verdient ein anderesUebel, das in mehreren unserer großen Städte noch immer als eine >stehende Pest zu betrachten ist: die Lungenschwindsucht. In Paris !waren in den letzten Jahren unter je drei oder vier Todten schon !einer an der Phthisiö; in Boston kömmt eine Phthisis aus 5.8, in !Philadelphia aus 7.2, in Washington auf 8.5, in Baltimore auf 6.2Leichen. Für Wien fand der berühmte Peter Frank in dem von ihmgeleiteten großen Hospitale, daß nahe ein Drittheil der Gestorbenender Phthisis unterlag, und daß sich fast an der Hälfte der Todten diedieser Krankheit eigenthümlichen Veränderungen erkennen ließen. Mansehe über die Verheerungen dieser Krankheit Marc d'Eöpine's Unter-suchungen in Froriep'S neuen Notizen, Vol. IU. x. 281. Nie hat,