Band 
Zweiter Band.
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Quetelet, über den Menschen.

diesen beiden Klaffen sich z. B. sehr nahe wie 5 zn 3 verhalte.WaS aber hier von einem stestimmten Verbrechen gilt, warum sollteeö nicht auch von bestimmten Tugenden eben so gut gelten können?Wenn einmal, allerdings wohl in noch weit von unö entfernten Zei-ten, die Civilisation eines Volkes dahin gelangt seyn wird, daß auch,so wie jetzt die Diebstähle, so dann die muthvollen, edlen und tugend-haften Handlungen in Listen ausgeführt werden und einem Gerichts-höfe unterliegen, wie dieß bisher nur bei den Verbrechen der Fallist, hätte man dann nicht die Mittel in Händen, die jedem Lebens-alter zukommenden Grade von Muth und von jeder andern Tugenddurch Zahlen zu bestimmen?

Also,' wie sich, nicht zwar für einzelne Individuen, aber wohlfür ganze große Klaffen der Gesellschaft, d. h. wie sich nicht für einenbestimmten, aber wohl für den mittleren Menschen die Sterblich-keit desselben nach seinen Alterüjahrcn angehen läßt, wenn nur rechtgenaue und umfassende Volkszählungen vorausgegangen sind, so wirdman auch, wenn nur einmal die dazu nöthigen Beobachtungen gege-ben werden, für denselben mittleren Menschen den Hang zu jederguten, so wie zu jeder bösen Handlung auf eine bestimmte Weisein Zahlen angeben können, und daß wir dann, wenn eS einmal dahingekommen seyn wird, diese Handlungen ganz anders ansehen undüber sie ganz anders urtheilen werden, als bisher geschehen ist, dießwird wohl keiner weiteren Erläuterung bedürfen.

Wir bemerken schon bei einer geringen Aufmerksamkeit auf dieuns umgebenden Menschen in ihren geistigen Aeußerungen so vieleVerschiedenheiten, Nüancen und Modifikationen, daß wir den Einfall,diesen ProteuS mit seinen taufenden, immer wechselnden Gestalten zufesseln, für ganz unmöglich halten. Aber ist dieß anders in Bezie-hung auf die anderen rein materiellen Aeußerungen derselben Men-schen? — Die Ungewißheit deü Todes jedes Einzelnen von unsist bereits zum allgemeinen Sprichwort geworden. Wie verwegen müßtedaher der erste Versuch erscheinen, die Zeit dieses Todes, für denmittleren Menschen jeder Altersklasse, bestimmen zu wollen. Und dochwurde dieser Versuch unternommen, und, was mehr ist, auch glück-lich ausgeführt. Unsere Mortalitätstafeln erfreuen sich jetzt einer in-neren Wahrheit, welche die meisten unserer übrigen sogenannten Wahr-heiten weit hinter sich zurückläßt. — Und wem verdanken diese Ta-feln ihre hohe Sicherheit? — Allein dem Umstände, daß die Na-tur, die überall nach unveränderlichen Gesetzen wirkt, auch daö Leben