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! Ritter's Geschichte der Philosophie. 33
ein auS diese» Quellen uns zugeführtes Bild kann die Seele durch-aus nicht denken, und wenn wir auch etwas ganz im Allgemeinenohne bestimmte Größe und Form denken wollen, so schwebt uns dochdabei immer ein bestimmtes Bild der Größe und der Form vor.Der Verstand ist ihm überhaupt ein Erzeugn,ß des weiter vorgerücktenAlters. Denn zuerst entstehen in uns bloß Empfindungen, diesehalten wir sest durch das Gedächtniß, und die Erinnerungen, wiesie uns von dem Gedächtnisse zugeführt werden, mit neuen Empfin-dungen verglichen, geben uns Unterscheidung, aus der dann Er-^ fahrung erwächst, und diese bahnt endlich den Weg zur eigentlichen
^ Wissenschaft. Allein diese Wissenschaft, welche die Ursache, den
! Grund jener Erscheinungen aufsucht, ist selbst kein Resultat jener
! Erfahrungen, sondern es gibt noch eine eigene Thätigkeit der Seele,
j welche zwar an die Erfahrung sich anschließen muß, welche aber nicht
von der Erfahrung hervorgebracht wird, und durch diese Thätigkeit" allein entsteht die Wissenschaft.
Die aristotelischen Begriffe von Materie, Form und Wesender Dinge setzt unser Verfasser S. 117 u. f. eben so schön als gründ-! lich aus einander, doch kann dies hier nicht, kurz und deutlich zugleich,näher angezeigt werden.
In der Physik stellt A. die Natur als eine innere
Kraft dar, welche die Dinge ihrem Wesen gemäß bewegt oder fest-stellt; sie ist ihm etwas Selbstständigeö, ein eigenes Wesen,- nichtbloß etwas, das an einem Anderen ist, deßwegen wird von ihr ge-sagt, sie mache nichts ohne Zweck, sie fliehe daS Unendliche, sie ver-mag nicht alles u. s. Sie ist weder Materie, noch Form, sie mußvielmehr als BeideS zugleich betrachtet werden. Die Natur ist einWesen, dessen Einheit in der zusammenhaltenden Form besteht, wäh-rend die Elemente, die zusammengehalten werden, die Materie bilden.Die Natur ist ihm eins mit der allgemeinen lebendigen Weltkraft,und er nimmt an, daß durch das ganze Weltall eine belebende Wärmedringe, und alles gleichsam von Seele erfüllt sey. Er vergleichtdiese lebendige Natur mit einem Künstler, der nicht mit vollem Be-wußtseyn, sondern nur nach unbewußtem Triebe wirkt; die Natur istihm nicht göttlich, sondern nur dämonisch, ß /«o Puaex
s 6e««. Darum ist unter den Ursachen, welche in der Naturwirksam sind, dem Zufall und Ungefähr so viel Raum gegeben; da-her kommen die vielen Unvollkommenhciten, Mißgeburten, wie er sienennt, welche wir in den Erzeugnissen der Natur bemerken. KunstLiltrow in. 3