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Dritter Band.
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Rittcr's Geschichte der Philosophie.

nämlich und Natur kann fehlen, weil beide nicht aus vernünftigerUeberlegung ihr Werk vollbringen.

Es ist bekannt, daß die Alten nur die Kreisbewegung als dieeinzig wahre oder unaufhörliche Bewegung in der Natur angenommenhaben, daher sie auch die Körper des Himmels in kreisförmigen Bah-nen einhergehen ließen. Dieser Satz wurde bald durch philosophischebald durch theologische Gründe zu befestigen gesucht, und auch in derThat in den Köpfen der Griechen und aller ihrer Nachfolger so sehrbefestigt, daß volle zwei Jahrtausende erfordert wurden, ihn zu er-schüttern. Selbst CopernicuS, einer der denkendsten und konse-quentesten Astronomen, wagte eS nicht, diese Kreisbewegung der Him-melskörper anzutasten, obschon er die übrigen Hypothesen und Systemeder älteren Sternkunde mit kühner Hand angriff, und erst Keplerwar eS, der dieses altergraue, durch sein hohes Alter selbst zu einerArt von Ariom gewordene Vorurtheil für alle nachfolgenden Zeitenzerstörte. Zwar hatten Hipparch, Ptolemäuö und andere altegriechische Astronomen selbst schon eingesehen, daß die Hypothese einerkreisförmigen Bewegung der Planeten keineswegs hinreicht, die Er-scheinungen zu erklären, welche die Beobachtungen an diesen Himmels-körpern kennen gelehrt hatten. Aber ihre Ehrfurcht vor jenem Vor-urtheile war so groß, daß sie, statt dasselbe als unstatthaft aufzu-geben, es vorzogen, Kreise auf Kreise zu häufen, und dadurch dieMaschine der Natur, durch immerwährendes Einsetzen neuer Hülfs-räder, so complicirt zu machen, daß sie sich am Ende selbst in dievon ihnen angestellte Verwirrung nicht mehr zu finden wußten. —Sehen wir, wie Aristoteles jenes Theorem von der kreisförmigenBewegung zu beweisen sucht. Die Bewegung, sagt er, ist entwedereine gerade oder eine krumme, oder eine aus beiden gemischte. Daßdie gemischte nicht die erste seyn kann, ist klar, denn sie geht aufdie beiden andern zurück, auS welchen sie entstanden ist. Die gerad-linige Bewegung aber kann, nach ihm, auch nicht die erste oder immerdauernde, aus der die anderen entspringen, seyn, da er schon imVorhergehenden den Raum des Weltalls nicht als unendlich, sondernals nach allen Seiten begränzt angenommen hat. Demnach würde,nach ihm, eine geradlinige Bewegung nur dann die erste oder unend-lich seyn können, wenn daö Bewegte, an das Ende gelangt, von hierwieder umkehrte oder rückwärts ginge. Dieß aber würde keine stetigeBewegung geben, indem, bei dem Augenblicke der Umkehr, RuheStatt finden müßte. Da also wever die gerade, noch die aus gc-

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