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Dritter Band.
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Ritter's Geschichte der Philosophie. 35

raden und krummen gemischte Bewegung die erste seyn kann, so mußes die krumme Bewegung, und zwar diejenige krumme Bewegungseyn, welche in gleicher Richtung immer wieder in sich selbst zurück-kehrt, d. h. so muß die Bewegung im Kreise diese gesuchte ersteBewegung seyn. — Man sieht, wie mangelhaft und unbefriedigendalle diese Schlüsse sind, aus denen ganz eben so gut hervorgeht, daßdie gesuchte erste Bewegung in einem Kreise oder in einer Ellipseoder in irgend einer andern geschlossenen krummen Linie, die keineSpitzen hat, vorgehen kann.

Ueberhaupt gilt auch von ihm, was von den meisten alten undneuen Philosophen bemerkt worden ist, daß sie desto mehr und lieberüber Mathematik und besonders über die Anwendung derselben aufAstronomie sprechen, je weniger sie davon verstehen, und daß ihnenvon diesen beiden Wissenschaften häufig nicht einmal das bekannt ge-worden ist, waS die Compendien ihrer Zeit enthalten haben. Siehatten eS auch nicht Noth, da ihre philosophische Astronomie keineBeobachtungen und überhaupt keine Erf.chrungen bedurfte, indem siealles, waö sie von dem Himmel aussagten, u priori gefunden hat-ten. Die Haupsätze der aristot. Astronomie lassen sich auf Folgendeszurückführen: „Im Himmel herrscht eine viel größere Ordnung derBewegungen, als auf der Erde. Die Gestirne sind leidenlose Wesen,welche das beste Ziel erreicht haben. Der Mensch ist ein viel wenigerGöttliches, als die Gestirne. Der Himmel hat eine Seele und denUrsprung seiner Bewegung in sich selbst, und diese Bewegung bedarfkeines AusruhenS, wie die Bewegung der unvollkommenen Thiere aufder Erde, weil sie ohne Mühe geschieht, und daher auch keine Er-müdung erzeugt. Zu der Vortrefflichkeit des Himmels gehört auch,daß er von der Rechten wieder zur Rechten sich bewegt. Dies giltaber nur von dem obersten Himmel, in welchem die Gestirne wohnen.Die niedere Sphäre aber enthält die Planeten, und diese letzten sindschon nicht mehr so vollkommene Wesen, da sie sich auch zur Linkenund in schiefen Kreisbahnen bewegen. In der Mitte der Welt aberist die Erde, weil das Irdische nach der Mitte der Welt strebt, undsich daher gleichmäßig um den Mittelpunkt der Welt herumlagernmuß."

Es ist oft genug gesagt worden, daß jeder Mensch das Geprägeseines Jahrhunderts trägt, und der Zeit, in der er lebt, so wie denVorurtheilen, die eben herrschen, sein Opfer bringen muß. Dem un-geachtet ist eS betrübend, zu sehen, wie selbst ein Mann von so auö-

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