Band 
Dritter Band.
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Rittcr's Geschichte der Philosophie.

tien desselben, die sie doch anfangs selbst nur getrennt und isolirt vorsich stehen haben, so in einander verschmelzen, um diese Trennung zuverdecken, da sie doch dadurch dem Leser nur die eben so unnützeMühe machen, wieder auszulösen, was sie gebunden und, wie sie glau-ben, künstlich in einander verflochten haben. Wenn sich die Schrift-steller dieses Amalgamiren und Verquicken ihres Stoffes ersparen woll-ten, so würden sie dadurch dem Leser zugleich diese chemische Schei-dung ersparen, und beide könnten dadurch nur gewinnen.

Noch wollen wir, ehe wir den Stagiriten ganz verlassen, bemer-ken, daß er eS eigentlich zu seyn scheint, der unseren neueren Natur-philosophen das erste Beispiel der dunklen und geschraubten, oft biszur Unverständlichkeit potcnzirten Härte des StylS gegeben hat, durchwelche sich diese sogenannten Weltweisen mehr noch, als durch ihreexcentrischen Behauptungen selbst, ausgezeichnet haben, wie er dennauch, wenn gleich ohne seine Schuld, durch seine Vorliebe zu Spitz-findigkeiten, der eigentliche Vater oder Begründer der scholastischenPhilosophie im Mittelalter gewesen ist. Man sieht nicht ein, warumder Vers., der unö doch ein getreues und umständlich ausgemaltesBild von dem Manne zu geben suchte, diese Bemerkungen so gänzlichunterdrückt hat, da doch mehr als eine von ihm selbst angeführteStelle aus den Schriften des Aristoteles ihn darauf zu leiten geeignetwar. So heißt es z. B. S. 221 mit den Worten des Stagiriten:Diei Bewegung ist die Thätigkeit deS dem Vermögen nach Seyendensofern eS dem Vermögen nach ist. Hierin liegt, daß die Bewegungein Mittleres ist, zwischen dem Seyn nur dem Vermögen nach, undzwischen der gänzlich verwirklichten Thätigkeit, in welcher nichts mehrdem Vermögen nach ist, weil die Bewegung weder früher noch spä-ter ist, als indem das dem Vermögen nach Seyende sich verwirk-licht, früher aber nur das dem Vermögen nach Seyende und spä-ter nur die Wirklichkeit ist, aus welchem Grunde die Bewegungweder dem Vermögen, noch der Energie angehört, indem weder dassich nothwendig bewegt, was dem Vermögen nach eine Größe hat,noch das, was wirklich eine Größe hat." — Stellen dieser Art, undman findet ihrer sehr viele selbst in diesem kurzen Auszuge aus demaristotelischen Werke, können immerhin, ohne zu erröthen, an die Seite,unserer schönsten naturphilosophischcn Produktionen gesetzt werden, undum ihre Vortrefflichkeit ganz zu genießen, werden die Leser gebeten,sie Wort für Wort in die französische oder in irgend eine andereneuere Sprache zu übersetzen, die weniger als unsere gute deutsche