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Ritter's Geschichte der Philosophie.
Die Römer lernten die Philosophie von den Griechen zur ZeitdeS Scipio Africanus kennen. Dieser, dann Lälius und FuriuS,werden von Cicero als die ersten vornehmen und bedeutenden Römergenannt, die sich der Philosophie vorzüglich unter der Anleitung deSPanätiuS ergaben. Von den verschiedenen Schulen-fand vorzüglichdie epikurische, die stoische und die neuere akademische Schule in RomAufnahme. Der letzteren wendete sich auch Cicero zu, so wie diemeisten andern gelehrten und bedeutenden Staatsmänner. Die vor-züglichsten Lehrer der neueren Akademie in Rom waren Philo undAntiochuS, die ausgezeichnetsten Schüler derselben aber unter denRömern waren, nebst den bereits genannten: Luculluö; M. Bru-tus, der Mörder Cäsar'S; Terentiuo Varro; Scävola; Gal-luS; LucitiuS BalbuS; Marc. Port. Cato, der die stoische,und CassiuS, nebst Pomp. Atticuö, der die epikurische Schuleerwählte; wozu noch der philosophische Lehrdichter Lucrctius gezähltwerden muß.
Unter diesen hat Cicero allein mehr als alle andern zur Ver-breitung der Philosophie unter seinen Landsleuten beigetragen. Nach-dem uns der Vers. seine Ansicht über das philosophische Gedicht deSLucretiuS von S. 86 —101 mitgetheilt, geht er nun zur Charak-teristik Cicero'S und seiner Schriften über. Sie ist hier zu keinernäheren Mittheilung geeignet: eS genüge daher, zu sagen, daß unserVers., so sehr er auch für seinen Paladin eingenommen ist, doch dieSchwäche und Eitelkeit desselben nicht verhehlen kann. Eine Erwei-terung der Philosophie war von ihm nicht zu erwarten, da er sichdamit begnügte, das bisher Bekannte mit seinem rednerischen Talenteauszuschmücken. Wenn doch nur diese seine schöne Philosophie ihmselbst zum Troste gewesen wäre! Aber so sehr er auch in seinenöffentlichen Schriften die Wissenschaft zu preisen pflegt, in seinenPrivatbriesen spricht er eine ganz andere Sprache. Er gesteht unver-hohlen, daß ihm daö Ding zu nichts helfe, und weder Trost nochStütze gewähre. tzuiä erZo, schreibt er an seinen AtticuS, guiilerzo? irxzuiss. Kil litcrss? — In I>so guiüem rs vereor, nc elinmcontra, cssem tortssss clurior ssins literis). Und ein andermal
gesteht er, daß er sich mit den Wissenschaften, besonders den philo-sophischen, abgebe, non ut ab bis meckioinum, ssä ut sliguum üolorisodlivioncin petsm. Zu so erhabenem Zwecke hätte er aber eben sogut das Ballspiel oder sonst eine andere Unterhaltung wählen können.Zn denselben Privatbriesen bekennt er auch ganz offen, daß viele seiner