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Volkmann, Gesichtssinn.
seinem bekannten optischen Institute bedient sich dieses Mittels vor-zugsweise, dem alle sogenannten künstlichen Optometer weit nachstehen.Porterfield und Äsung bedienten sich zu diesem Zwecke eines Kar-tenblattes mit zwei sehr kleinen, etwa eine oder zwei Linien von ein-ander entfernten Löchern. Wenn man durch diese Löcher auf eine ent-sernte Nadel oder auf einen Faden sieht, so soll die Weit- oder Kurz-sichtigkeit des Auges sich wie die Distanz verhalten, in welcher mandas betrachtete Objekt noch einfach sieht. Der Vers. zeigt aber S.162 und 168 die Nnzulässigkeit und Unbestimmtheit dieses Verfahrensdurch eigene und fremde Versuche.
Nach seinen S. 163 angeführten Erfahrungen sind beinahe alleMenschen in den ersten 10 bis 12 Jahren weitsichtig, und die Myo-pie tritt erst später ein. Es ist daher wohl irrig, was Viele behaup-tet haben, daß Kurzsichtigkeit gewöhnlich eine Folge der zu starkgekrümmten Hornhaut sey, da gerade bei Kindern die Hornhaut amstärksten gekrümmt ist. Auch findet er die allgemein verbreitete Mei-nung bestätigt, daß man im höheren Alter immer weitsichtiger werde,waS Rudolphi in seiner Physiologie läugnen will. Die gewöhnlicheUrsache der bei den Städtern so weit verbreiteten Myopie ist die Ge-wohnheit, nahe liegende Gegenstände lange und scharf zu betrachten,daher Gelehrte, Mechaniker, Uhrmacher, Kupferstecher u. f. beinahealle kurzsichtig sind, während im Gegentheile Hirten und Jäger mei-stens ein erstaunlich weittragendes Gesicht haben, aber dafür auch ge-wöhnlich, im Alter wenigstens, nahe Gegenstände nicht mehr gut sehen.— Benützung von Brillen vermehrt sehr häufig den Fehler der Augen,gegen welchen sie gebraucht werden, und wenigstens dann ohne Aus-nahme, wenn zu scharfe Linsen für die Brillen gewählt werden.Krankheiten aller Art, wenn sie nur nicht unmittelbar die Augen be-treffen, scheinen auf die Güte dieses Organs wenig oder keinen Ein-fluß zu haben, doch soll, nach dem einstimmigen Zeugnisse der Aerzte,durch zu häufige Befriedigung des Geschlechtstriebes Kurzsichtigkeit ent-stehen. Auch zu häufiger Weingenuß soll kurzsichtig machen, wenigstenssollen die davon Betäubten im Zustande der Jntoxication dieß bestä-tigen. — Mangel der Kristalllinse, nach Staar-Operationen, machtimmer kurzsichtig, und zwar muffen solche Operirte für ferne Gegen-stände andere Brillen nehmen, als für nahe, während ein sonst gesun-des, aber weit oder kurzsichtiges Auge nur eine Brille braucht, umin allen Entfernungen besser zu sehen, zum Beweise, daß die Ope-rirten an der AccvmmodativnSkraft der Augen, sich für nahe und