Band 
Dritter Band.
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Treviranus, organisches Leben.

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i hat, ja als ein Denkmal unserer deutschen Literatur selbst noch da-stehen wird, wenn viele andere, mit viel weniger Bescheidenheit an-gekündigte Werke längst schon auf den Wellen des Lethe in das Landder Vergessenheit hinüber gegangen seyn werden. Je länger mandasselbe betrachtet, und je öfter man es liest, desto mehr tritt derinnere Reichthum desselben hervor, desto mehr erkennt man die Sorg-fält, welche der Verfasser in seine Beobachtungen, in die daraufgebauten Schlüsse, und endlich auch selbst in den äußeren Vortragderselben gelegt hat, denn auch seine Sprache ist höchst gewählt, und! gar mache Stelle des Bucheö könnte in dieser Beziehung als Musterund Beweis aufgestellt werden, daß selbst Gegenstände dieser Art,j unter der Hand des Meisters, sich einer schönen Darstellung nicht! entziehen. Vor allem aber muß die Masse von trefflichen Beobach-^ tungen, von neuen und fruchtbaren Ideen, und von tiefen Blicken ini die Natur des Lebens bemerkt werden, die uns unendlich wichtigerund schätzbarer dünken, als alle die hyperphysischen und transcenden-! taten Witzspiele, mit welchen uns so viele unserer sogenannten Natur-philosophen in den letzten Deeennien auf eine unverantwortliche, Geist! und Zeit tödtende Weise hingehalten haben.

! Dieser erste Band zerfällt in sieben Abtheilungen oder Bücher,

^ wie sie der Verfasser nennt. Daö erste enthält die Einleitung deSWerkes; das zweite Betrachtungen über die Organisation und derenVerschiedenheit; das dritte handelt von der Erzeugung; daö viertevon dem WachSthume, der Blüthe und der Abnahme des Lebens;das fünfte von den äußeren Bewegungen, als Erscheinungen deSLebens; das sechste von den inneren Bewegungen, dem Blutumlaufe,dem Athemholen u. f.; das siebente endlich von den chemischen Er-scheinungen des Lebens, der Verdauung, Ernährung, der thierischenWärme u. s.

Der Verfasser beginnt damit, daß er die unübersehbare Masse,die in der Naturgeschichte vor ihm aufgeschichtet liegt, zu sondern undzu sichten sucht. Es gibt hier sehr viele kleinliche Dinge, die nurden Ueberblick stören, und die daher entfernt werden sollen. In derNatur mag allerdings nichts klein, nichts überflüssig seyn; aber beiunseren Untersuchungen der Natur gibt eö nur zu oft solche Dinge,die nicht zur Sache selbst gehören und uns, weit entfernt, vorwärtszu bringen, eigentlich nur hindern und von der gewünschten Kenntnißder Wahrheit immer mehr entfernen. Es ist daher ein gutes Zeichen,wenn man von dem gesammelten Verrathe allmäiich wieder das Un-Littrow in- 6 §