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Treviranus, organisches Leben.
des inneren Zusammenhangs und der Wechselwirkung mit der ganzen Iübrigen lebenden Natur. Die Resultate dieses letzten Denkens haben !daher eine Sicherbeit, welche das mittelbare Denken nicht geben kann.
Bei dem mittelbaren entwirft sich der Geist die Regel aus Erfahrung,aus Abstraction von der äußeren Smncnwelt; bei dem unmittelbarenDenken aber ist die Regel selbst schon angeboren. Daß ein Em-pfangen der Eindlücke ohne Vermittlung der Sinne möglich ist, be-weist daS Beispiel der wandernden Vogel, die doch gewiß nicht durchSlllneneindrücke auf ihren Zügen geleitet werden. — Wir sind unöim Wachen bloß der moralischen und ästhetischen, nicht aber der phy-sischen Seite der Vernunft bewußt. Aber im tiefen Schlafe läßt sichBewußtseyn ihres physischen Wirkens wahrnehmen, doch findet davon '
keine Erinnerung im Wachen Statt, weil dieses Wirken ohne Rüh- !
rung der äußeren Sinne geschieht. - !
Auch ohne in kiesen Ansichten mit dem Verfasser ganz übereilt- !zustimmen, wirv man gerne gestehen, daß hier, wie Kepler sagte, !bi-rimmtn cozilüliunis, Gedankenkeime, ausgesät sind, die noch einmal,wenn auch nur unseren späten Enkeln, Früchte tragen soll. Nur istzu bedauern, daß diese Ansichten, die gewiß daS Resultat vielfährigerBemühungen, so aphoristisch und ohne nähere Erläuterungen hinge-worfen sind. Gewiß hat der Verfasser noch vielmehr dabei gedacht,und da denn auch der Leser, bei einer so ganz im Allgemeinen ge- !
haltenen Darstellung, nothwendig selbst wieder dabei oder vielmehr ^
dazu denken muß, um daS Fehlende zu ergänzen, so wird es, auf l
so schlüpfrigem Boden, an Abwegen und Mißverständnissen nicht feh-len, die nur durch offene und rücksichtslose Mittheilung gehoben '
werden könnten. Diese Einleitung enthält übrigens noch viele Be-trachtungen dieser Art, die wir aber hier der Kürze wegen übergehenmüssen. ^
In der leblosen Natur gilt das große Gesetz: Wirkung ist der i
Gegenwirkung gleich, und der Erfolg ihres Gleichgewichts ist Ruhe. l
In der belebten Natur aber ist Selbstthätigkeit, nicht Ruhe, der !
Zweck, und hier gilt daher das Gesetz: Wirkung und Gegenwirkungsteigen und fallen im umgekehrten Verhältniß gegen einander. So i
geschieht es, daß in den Erscheinungen deS Lebens Gleichförmigkeit i
bleibt, wenn gleich die äußeren Einwirkungen oft sehr ungleichförmig s
sind, und daß z. B. der Herzschlag, daS Athemholen in der Wärme ^
und Kälte, in reiner und unreiner Luft, bei reichlicher und bei spar- !
samer Kost nahe immer dieselben bleiben. Im Leben also ist —