Band 
Dritter Band.
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Treviranus, organisches Leben.

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durch eine von Innen nach Außen gehende Kraft vorgezeichnet; unddiese Kraft geht bei den Wirbelthieren vom verlängerten Mark undvom Rückenmark, bei den anderen Thieren aber von dem Bauchstrangeaus. Daher bilden sich auch diese beiden Organe zuerst und vor allenanderen. Für die Bildungszeit der übrigen Körpertheile läßt sich keineallgemeine Regel aufstellen. Bei den Wirbelthieren z. B. bildet sichdaö Herz schon sehr früh, bei den Crustaceen und Insekten aber vielspäter.

DaS eigentliche Ei unterscheidet sich von dem Fötus der Säug-thiere besonders dadurch, daß das erstere, bei seiner Entwicklung undBefruchtung, unabhängig von der Mutter ist, während der letzte biszu seiner selbstständigen Entwicklung mit dem Uterus der Mutter inorganischer Verbindung bleibt. Doch gibt es auch hier Ausnahmenvon der Regel. So legt eine OniSkenart ihre Eier in den Leib derKrebse, wo sie förmlich Wurzeln schlagen und sich entwickeln. EineMilbengattung legt ihre Eier auf die Körper anderer, größerer In-sekten, wo sie auf Unkosten der letzteren, die davon matt und schwachwerden, an Größe zunehmen, welches nicht wohl möglich wäre, wennsie nicht mit diesem durch Gefäße zusammenhingen.

Als einen allgemeinen ErsahrungSsatz kann man ferner ausstellen,daß alle Erzeugung durch Fortpflanzung einen bestimmten Grad vonWärme und einen gewissen Gehalt von SauerstofsgaS erfordere. Wirkennen kein organisches Wesen, das sich ohne Sauerstoffgas und beieiner Temperatur unter Null entwickeln könnte. Wenn Moose undFlechten auch im Winter fructificiren, so geschieht dies doch nur ent-weder unter der Decke deö Schnees oder im Thauwetter. — HöhereTemperatur befördert die Befruchtung. So sah GaSpard die Eierder Weinbergschnecke sich entwickeln bei 20" R. in 21 Tagen, bei12" in 38, bei 6" in 45 Tagen. Ob auch eine größere Mengedes SauerstoffgasrS die Entwicklung befördere, ist noch nicht durchBeobachtungen entschieden, aber wohl, daß ganz reines Sauerstoff-gas diese Entwicklung ganz unmöglich mache, wie zu großer Hitze.Bei dem Bebrüten der Eier durch die Vögel scheint nicht bloß dieWärme der Mutter, sondern noch ein höherer Einfluß derselben wirk-sam zu seyn. Die künstlich ausgebrüteten Hühner in Aegypten sindalle schwach und klein, und von Enterichen, die durch Hühner aus-gebrütet werden, hat man bemerkt, daß sie sich wieder mit Hüh-nern, nicht mit Enten paarten, obschon ihnen die letzter« zu Ge-bote standen. Licht scheint zur Bildung nicht zu gehören, da der