Band 
Dritter Band.
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Treviranas, organisches Leben.

Herz. Die Anneliden haben kein Herz. Bei den Wirbeltieren liegtdaS Herz unter dem Rückenmark und dem Nahrungskanal, bei denwirbellosen Thieren aber über denselben. Bei senen geht ferner dasBlut aus dem Herzen unmittelbar in die Lungen, bei diesen aberumgekehrt, aus den Lungen in das Herz. Bei jenen hat das Herz !immer wenigstens zwei Abtheilungen, deren eine das Blut durch dieArterien aussendet, und von welchen die andere das Blut auS den ^Venen wieder aufnimmt. Jene Abtheilung nennt man gewöhnlich die !Kammer und diese die Vorkammer. Im ausgebildeten Zustande habendie Säugethiere und Bögel insgesammt eine doppelte Kammer undVorkammer, deren jede ihre besonderen Verrichtungen hat. Die Am-phibien kennen diese Trennung nicht. Frösche und Salamander habennur Eine Kammer und Vorkammer, und die Embryonen der Säug-thicre und Vögel eben so. — Bei den wirbellosen Thieren sind dieVerschiedenheiten des Blutumlaufs noch größer. Die Insekten athmennur durch Luftröhren, die sich durch den ganzen Körper verbreiten,und alle Gefäße reduciren sich bei ihnen -auf eine Röhre, die längstdes Rückens liegt, und keine Zweige in den übrigen Körper sendet.Eben so untersucht der Verfasser den Blutumlauf bei den Squillen,Branchipoden, Mollusken, Anneliden u. f. Die Bewegungen des Her-zens bestehen immer in einem Wechsel der Zusammenziehung (S^stolv)und der Ausdehnung (Oisslolv). Die Kammern erweitern sich, wäh-rend sich die Vorkammern zusammenziehen, und umgekehrt. Das Ge-wicht deS Herzens zum ganzen Körper ist bei den Säugthieren der80ste bis 160ste, bei den Vögeln der 50ste bis 122ste, bei den Am-phibien der 1 Löste bis 276ste und bei den Fischen der 350ste bis768ste Theil, wenn man daS Gewicht des ganzen Körpers zur Ein-heit annimmt. — Als Ursache des Blutlanfs gibt der Vers. nebstjener Zusammenziehung des Herzens erstens die Contraction und Di- !latation der Adern und zweitens eine nicht mechanische Einwirkung, idie wie die Wärme wirkt, wenn diese einen einseitigen Einfluß aufeine Wassersäule äußert. DaS Blut der Acalephen, der Eingeweide-würmer und der Polypen hat viel Merkwürdiges. In den Pflanzenfindet man, nach dem Verf., nie einen eigentlichen Kreislauf der inihnen sich bewegenden Säfte.

Der Verfasser geht nun umständlich die inneren Bewegungendes thierischen Körpers durch, die bei der Aufnahme und Verdauungder Nahrungsmittel, bei dem Athemhvlen, der Einhauchung und Aus-hauchung und endlich bei den Absonderungen Statt haben.