Die Erscheinungen und Gesetze des organischen Lebens. Von ^G. R. Treviranus. Erste Abtheilung des zweiten ,Bandes. Bremen 1832, bei I. G. Hcyse. !
(Jahrbücher der Literatur. 1832. I.X.)
Wir haben bereits in dem 57sten Bande dieser Jahrbücher ^den ersten Theil dieses trefflichen Werkes angezeigt und freuen uns,ihn sobald von dem zweiten Theile gefolgt zu sehen. Die gegenwär- !tige erste Abtheilung dieses zweiten Bandes enthält drei Bücher, näm- >lich das'achte Buch deS ganzen Werkes über daS allgemeine Ver- -hältniß deö Nervensystemes zum physischen Leben; daS neunte überdie äußeren Sinne, und das zehnte über daS Verhältniß des gei-stigen Lebens zum körperlichen in der Sinncnwelt.
Die Nerven, die ausschließend den Thieren oder den Geschöpfen !mit Bewußtsein ihrer selbst angehören, sind Stränge, die von Cen-tralorganen, bei den höheren Thieren vom Gehirn und Rückenmarkausgehen, sich bei ihrem Fortgange verzweigen und mit ihren äußerenEnden sich in der Substanz der übrigen Theile des Körpers verlieren.Sie bestehen aus häutigen Scheiden, mit dem sogenannten Nerven-mark gefüllt. Dieses Mark zeigt uns der Länge nach laufende, pa-rallele Streifen, in deren Zwischenräumen sich unregelmäßige Quer-streifen, oder auch ganze Reihen von Kügelchen finden. Durch dasDurchschneiden oder Unterbinden deö Nerven wird das zu ihm gehörige ,BewegungS- oder Auffassungsorgan der äußeren Eindrücke gelähmt. ^Alle Theile deS thierischen Körpers scheinen eines beständigen, vom iGehirn und Rückenmark ausgehenden Nerveneinslusseö zu bedürfen. ^DaS Athemholen und der Blutumlauf stehen besonders unter demEinflüsse des Rückenmarks, von dem so viele Nerven ausgehen. Eine -andere Herrschaft der Nerven über einzelne Theile des Körpers zeigt ^sich bei der Schamröthe, beim Anschwellen der Geschlechtstheile, der !Brustwarzen, des Kammes der Hähne und bei anderen TurgeScenzen. i