Treviranus, organisches Leben.
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Durchschneidung des Gehirnes oder deö Rückenmarks hat den ToddeS Thieres zur Folge, und darauf tritt die Erkaltung der Leiche destoschneller ein, je näher der Schnitt an dem verlängerten Mark ange-bracht wurde.
DaS Nervensystem hat eine dreifache Wirkung auf den übrigenKörper, indem eö 1) den Lauf und 2) die Mischung deS Blutes
beherrscht und endlich 3) Erregungsmittel für die meisten Lcbenö-
erscheinungen ist. — Bei den bereits erwähnten Anschwellungen ein-zelner Theile des Körpers kann die Ursache nicht bloß, wie mancheglauben, in dem größeren Zuflüsse deö Blutes nach diesen Theilen ge-sucht werden: die Nerven müssen vielmehr unmittelbar auf das Bluteinwirken und dasselbe ausdehnen. Ohne diese Ausdehnung ließe sichnicht der Turgor erklären, den alles Lebende in jedem Theile vordem Todten voraus hat. Denn die Masse des BluteS ist in demtodten Körper noch dieselbe, wie in dem lebenden. Der aufhörendeUmtrieb des Blutes könnte wohl in einigen Theilen deS Körpers ein
Einsinken veranlassen, aber dann müßte er auch in anderen Theilen
einen Turgor verursachen.
Eine unmittelbare Einwirkung der Nerven, auf die thierischeWärme ist noch durchaus unerwiesen, eben so auf daö phosphores-cierende Leuchten mancher Thiere. Manche Physiologen wollen eineunmittelbare bewegende Ursache der Nerven auf daü Blut annehmen,allein dazu wird man durch keine unzweifelhafte Beobachtung be-rechtiget.
Wenn gleich die Nerven als Vermittler des organischen Lebenszu betrachten sind, so geschieht der Anfang der Bildung der organi-schen Körper nicht mit dem Nervensysteme, sondern die Rudimentedes letztem zeigen sich erst, wenn die Bildung des Körpers schon bisauf eine gewisse Stufe vorgerückt ist. Uebrigenö sind die Nerven desbewußten und des unbewußten Lebens in demselben Thiere wohl zuunterscheiden, welche letztere zu den Organen gehören, die von derWillkür des Thieres unabhängig und die bei den Thieren der nie-drigsten Organisation am wenigsten ausgebildet sind. Zu dem Nerven-system des unbewußten Lebens gehört vorzüglich der sympathische Nervemit seinen Verzweigungen; zu dem des bewußten Lebens aber dasGehirn und das Rückenmark. Zwischen ihnen liegen diejenigen Ner-ven, welche wenigstens zum Theil von äußerer Willkür abhängen,obschon sie im gewöhnlichen Zustande ohne Bewußtsein sich zu äußernpflegen, wie die Organe des Athemholens, das vordere und Hintere