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Treviranus, organisches Leben.
und theilen sich gegenseitig durch die Verbindungen, worin sie miteinander stehen, ihre Eigenschaften mit, und sind theils Empfindungs-theils Bewegungsnerven.
In Betreff der RiickenmarkSnerven hat man geglaubt, daß die ^Hinteren Wurzeln derselben Empfindungen, die »ordern aber Bewe-gungen hervorbringen. Allein dieß ist noch nicht bewiesen. Der Vers. >gibt hier S. 10 seine eigenen Beobachtungen über diesen Gegenstandumständlich, und endet damit, daß der Schluß aus allen bisherigenBeobachtungen über die Empfindlichkeit einzelner Nerven noch ganzunsicher sey. Die Funktionen der einzelnen Nerven sind ohne Zweifelverschieden, aber dabei muß doch in ihnen die Anlage vorhanden seyn,einer deö andern Stelle zu ersetzen und sich gleichsam in Bewegungund Empfindung unter einander zu theilen. Vielleicht geht dem Em- !psindungSnerven nur darum die Bewegung ab, weil jene sich nicht zu ,Muskeln hinbewegen. Es gibt Thiere, die sehr empfindlich für das jLicht sind, ohne Augen zu besitzen. Man hat Fälle beobachtet, wo ^nach dem Verlust der t-llms deö männlichen Verotium der übrige ^Stumpf die Empfindlichkeit der OIsns erhielt. Auch das Volumen ^der Nerven steht mit ihrer Empfindbarkeit in Verbindung, aber inwelcher? So besitzen die geflügelten Insekten in der Regel sehr dickeNerven der Augen, mit denen sie wohl ein weites Gesichtsfeld über- !schauen, aber nicht die verschiedenen Formen der Gegenstände unter- !scheiden können. Ist das gewiß? >
Was immer den Nerven zur Thätigkeit aufregt — sobald er ^aufgeregt wird, erfolgt ein Zufluß deö Blutes zu ihm, zu dem äu-ßeren Ende desselben, auf welches sich dann die Thätigkeit der Seelerichtet. So treibt angestrengtes Sehen das Blut nach den Augen, ^macht sie anschwellen und erhitzt dadurch die Reizbarkeit der Nerven. !Diesen Einfluß des Blutes äußern in noch höherem Grade solche ^Vorstellungen, die Thätigkeit des Willens veranlassen, die sich auf ,sinnliche Triebe beziehen, und die überhaupt Ursachen von Leiden- jschaften sind; doch gibt es auch hier, wie überall, bestimmte Gränzen, jBei länger fortgesetzter Aufmerksamkeit tritt endlich in den gespannten jNerven Unempsindlichkeit ein, und bei längerer Dauer des sinnlichen jTriebes erschlafft die TurgeScenz der ihn äußekndcn Theile um so eher, ^se heftiger der Trieb ist. Auch ist bei der erhöhten Thätigkeit des jeinen Nerven die der andern gewöhnlich supprimirt. Wenn das Augeeinen Gegenstand recht scharf beobachtet, versagt das Gehör seinenDienst. Daher der Unterschied, den in neueren Zeiten die Astronomen