Band 
Dritter Band.
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Treviranus, organisches Leben.

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sie bekanntlich, selbst geblendet und mit verstopften Ohren beim Flie-gen im Finstern doch den ihnen entgegenstehenden Gegenständen sogut ausweichen.

Die eigentlichen Tastorgane wirken durch eine Art von Son-diren, so die Fühlhörner der Zaophyten, die Palpen der Insekten, dernervenreiche Schnabel der Enten, die Zunge der meisten Thiere. DieseOrgane befinden sich meistens am Kopfe, aber auch zuweilen an an-deren Theilen, z. B. bei den Insekten häufig am After: die Jchneu-moniden haben Antennen, die Illwpla ingnitöstutor eigene Fühlhörner,mit welchen sie die Onter betastet, wo sie Larven wittert, in welchesie ihre Eier absetzen kann. Manche Thiere messen auch, durch AuS-strcckung und Einziehung ihrer Tastorgane, die Entfernung der Dinge,die sie erhäschen wollen. Die Fühlhörner des Oernsoopus marginstu8,einer Wanzenart auf Madcra, werden von diesen Thieren gebraucht,um die Beute zu betasten, und ihren Abstand zu messen. Ohne diesevorläufige Messung unternimmt diese Wanze keinen Fang, ungeachtetsie neben den Fühlhörnern guch Augen hat. Sind ihr jene verstüm-melt, so ist sie unfähig zum Fange und stirbt vor Hunger. Es gibtdaher auch Tastwerkzcuge, die den ganzen Umfang der zu erhäschen-den Beute betasten, und in allen ihren Punkten empfindlich sind.Dazu gehören die Fangarme der Polypen und Sepien und der ganzeKörper mancher Schlange. Aus ähnliche Art wirken die weichen Bal-len unter den Fußsohlen vieler Insekten und die Blätter an dem Endeder Fühlhörner der Scarabäen. Die vorzüglichsten Werkzeuge zurgenauen Bestimmung der Gestalt der Körper mittels des Tastens sinddie Hände des Menschen und des Affen, die zugleich von derSchwere der gehaltenen Körper einen Äegriff zu geben im Standesind, einen Begriff, der den meisten Thieren zu fehlen scheint. Dochhaben die Spinnen in ihren langen vielgliederigen Beinen viel-leicht, ein feines Gefühl für die Schwere, da sie, wenn ihrem Netzeein unterer Befestigungspunkt fehlt, es durch einen kleinen Steingespannt erhalten, den sie an dem untersten Faden in der Luft schwe-ben lassen.

Zur Untersuchung der Oberfläche der Körper dienen den Thie-ren besonders die Papillen oder Ncrvcnwärzchen. Bei der Hand desMenschen sind sie sehr ausgebildet, aber vielleicht bei manchen Affen-arten noch mehr. So sollen alte Cay'ö ihren Herrn oder Auswärtcrsogleich, auch in der dunkelsten Nacht erkennen, wenn sie nur einenAugenblick sein Gesicht oder seine gewöhnliche Kleidung betastet haben.