Lreviranus, organisches Leben.
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>«nd schließen sich um die gewöhnliche Zeit, selbst wenn sie in demLichte verschlossenen Zimmern oder in Kellern gehalten werden.
In alle diese Thatsachen läßt sich eine Einheit bringen, wennman voraussetzt, daß Wachen unv Schlafen Folgen innerer Verände-rungen deS Körpers sind, deren Eintritt wohl durch das Licht verän-dert, aber nicht allein bedingt wird. Das Thier schläft ein, entwe-der aus Ermüdung seiner Muskeln, oder aus Mangel an Aufregungdurch äußere Reize, oder wenn Werkzeuge des unbewußten Lebensihre geheimnißvolle Kraft zn äußern beginnen. Dann zieht sich die^ Seele zurück aus der Sinnenwelt, um andern Kräften freien Raum! zu geben. Daher ist der Schlaf und die Nacht diejenige Zeit, wo!sich alle großen, ohne Bewußtseyn vorgehenden Aenderungen ereignen.Die Crisen der Krankheiten erfolgen durchgängig im Schlafe, und der
> Impuls zur Geburt tritt bei Menschen und Thieren meistens nur zur'Nachtzeit ein.
Daher deuten auch alle Erscheinungen des Schlafes auf Zunahmeder körperlichen Kräfte. Im gesunden Schlafe wird der Blutumlaufund das Athemholen erleichtert, der Puls stärker, die Temperatur desKörpers höher. Dabei zieht sich das Blut von den Organen desbewußten Lebens zurück, und häuft sich in den übrigen an. DaS Ge-hirn dehnt sich im Wachen aus, und zieht sich im Schlafe zusammen,wie man bei dem Kranken sah, dessen Schädclknochen so zerstört war,daß ein großer Theil dcS Gehirns ganz bloß lag, so daß man beilebhaften Träumen des Kranken eine Turgescenz des Gehirns, einAufschwellen desselben bemerkte.
Der Traum scheint die Folge eines ungeregelten Wirkens derPhantasie zu seyn, von dem häufig Erinnerungen in den wachendenZustand hinübergehen. Man hat behauptet daß jeder Schlaf vonTräumen begleitet ist, deren wir unS nur nicht immer erinnern. DieSache scheint sich nicht so zu verhalten. Der wahre, erquickendeSchlaf scheint der traumlose oder doch der zu seyn, dessen Träume beimWachen nicht in der Erinnerung zurückgerufen werden.
Im Schlafwandel, einer krankhaften Modifikation des Schlafs,'scheint die Empfänglichkeit für Eindrücke der Sinnenwelt nur ein-seitig aufgehoben zn seyn. Vielleicht wird dieser wunderbare Zustand
> von Träumen begleitet, die der Wirklichkeit in der Umgebung desNachtwandlers entsprechen. Der Kranke sieht nicht in diesem Zu-stande, aber er benimmt sich, wie sehend, und hört oft nur gewisseTöne, während andere gar nicht von ihm empfunden werden. Er hat