Lreviranus, organisches Leben.
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ben. In mephitischen Gasarten sterben diese Thiere während ihresSchlafes viel später, als im Wachen. Wenn sie aus dem Orte ihresWinterschlafes in freie Lust bei großer Kälte gebracht werden, so er-frieren ste. Zugluft oder andere plötzliche Aenderungen der Tempe-ratur wecken sie aus ihrem Schlafe, und sie erwachen eben so wohl,wenn sie plötzlich der Wärme, als wenn sie eben so schnell einer grö-ßer» Kälte ausgesetzt werden.
Der Kältegrad, den dieser Schlaf hervorbringt, ist für verschie-dene Thiere ebenfalls verschieden. Die Murmelthiere ertragen län-gere Zeit eine Kälte von — 8" R. ohne einzuschlafen. Der Igelund die Fledermaus schläft bereits bei — 5", und die BirkenmauSsogar schon bei Z- 12", die herumstreifende Maus endlich erstarrtselbst im JuniuS, wenn ein kalter Wind in der Gegend herrscht. InIsland, wo die Schafe nicht gewartet werden, liegen auch sie alsWinterschläfer unter dem Schnee in Buschwerk vergraben, wie siedenn auch im schottischen Hochlande oft vier und mehr Wochen unterdem Schnee zubringen, unter dem sie in Erstarrung fallen. Die Schwal-ben ziehen beinahe alle, wenn der Winter kömmt, in südlichere Ge-genden, aber oft bleiben auch einige wenige zurück, und diese fallendann auch in den Winterschlaf, den die andern nicht kennen. Daßste den Winter hindurch im Schlamme unter dem Wasser schlafen,ist ein Mährchen, daS man nur zu lange geglaubt hat. Gewiß ist,daß die Schwalben, die man des Winters in hohlen Bäumen undanderen Schutzorten erstarrt fand, in der Wärme wieder auflebten,und wenn Spallanzani das Gegentheil behauptet, so war eS wohlnur, weil er diese Thiere der Kälte oder der nachfolgenden Hitze zuplötzlich aussetzte. Eö scheint also, daß jener Winterschlaf nicht bloßauf die eigentlichen lethargischen Thiere sich beschränkt, sondern auchvielen andern, nur nicht in so hohem Grade, eigen ist. UebrigenShaben diese ein eigenes Vorgefühl ihres Winterschlafs, und wahrschein-lich gehen in ihrem Innern auch ganz besondere Veränderungen vor.So schickten sich die Murmelthiere durch Fasten zu ihrem langenSchlafe an, und kurz vor ihm sind die Gedärme so rein, als wärensie ausgewaschen. Alle lethargische Nagethiere besitzen große Drüsenam Halse und unter den Achseln, die gegen die Zeit ihres Schlafessehr anschwellen. Die eigentliche Ursache dieses Schlafes ist nochverborgen. In den organischen Eigenthümlichkeiten dieser Thierescheinen sie nicht zu liegen, weil sonst die Lethargie nicht auch sooft zufällig bei andere» Thieren vorkomme» könnte. CarlisleLittrow iu. 9