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Treviranus, organisches Leben.
sinn verfolgt. Wir heben hier nur den Schluß dieser Betrachtungenaus, der sich auf die Einwirkung der äußeren Natur auf den Gesund-heitszustand des Inneren der organischen Wesen und auf das Zurück-wirken der letzteren auf jene bezieht. „Gegen dieses feindliche Wir-ken der ganzen Natur auf jedes Lebende besitzt das letztere jedochauch wieder ein Schutzmittel, nicht nur in dem Vermögen, seinen Zu-stand jenen äußeren Einflüssen anzupassen oder diese Einflüsse nachseinem eigenen Zustande zu modificiren, sondern auch in einer Kraft,wodurch, nach wirklichem Erkranken, die harmonische Thätigkeit derTheile wieder hergestellt wird, so lange die Disharmonie nicht gewisseGrenzen übersteigt. Diese Kraft ist dieselbe, die den organischenKörper aus formloser Materie bildet. Sie wirkt das ganze Lebendurch als ernährend in ihm fort, und äußert sich als redintegrirendbei Verwundungen, als reproducirend bei gänzlichem Verluste einzel-ner Theile. Was sie Hiebei thut, geschieht auch durch sie auf abge-änderte Weise bei allen innern Krankheiten. Jedes innere Leiden dcöKörpers hat sein Bestehen durch eine innere Veränderung der Orga-nisation, und alle Heilung ist Herstellung der dem gesunden Zustandeangemessenen Form, Textur und Mischung. — Diese Rückkehr zurNorm ist aber nicht ohne ungewöhnliche Anstrengungen (Criscn)möglich, die sich mit den eigentlichen Krankheitösymptomen vermischen.Daher ist jede Krankheit zusammengesetzt aus Folgen der disharmoni-schen Thätigeit der Organe und aus Aeußerungen der Heilkraft derNatur. Der Impuls zu den Crisen geschieht immer durch ein Wir-ken des geistigen Princips in den Organen des unbewußten Lebens.Er entsteht daher im Schlafe, ist gleichartig mit den Aeußerungendes JnstinctS, und gibt sich oft auch als solcher durch daü Erwachenvon Trieben zu erkennen, die auf ungewöhnliche, aber heilsame Dingegerichtet sind. In sehr schweren Krankheiten gränzt dieser Schlaf anScheintod. Die Umwandlung der kranken Organisation kann in ihnennur dadurch geschehen, daß das kranke Wesen auf einige Zeit in einenähnlichen Zustand des Aufhörens der äußern Lebensregungen versinkt,'wie der Puppenzustand für dir Verwandlung der Raupe in denSchmetterling ist.
Als Epilog stehe hier noch, was der Vers. von den Arzneienund ihren Wirkungen sagt: „Alle Anwendung von Heilmitteln warvon jeher ein unsicherer, oft ein schädlicher Versuch, und wird immerein solcher bleiben, weil auch bei der sichersten Theorie kein menschli-cher Scharfblick in jedem individuellen Falle die Krankheit gleich An-