Schnitze, mikroskopische Untersuchungen. 137
mittelbar darauf führen muß. Needham, der Freiherr von Glei-che« u. A. hatten sie schon vor mehr als einem halben Jahrhundertbeschrieben. Auch die erwähnten Bewegungen dieser Körper konntenihm nicht verborgen bleiben, und eS kam daher vorzüglich darauf an,zu untersuchen, 1) ob diese Bewegungen in der That selbstständig,2) ob die Gestalt und Größe dieser Molecule wirklich bei allen Kör-pern gleich, und ob sie endlich 3), wie Brown behauptet, auch dieElementar-BildungS-Theile aller Körper der Natur sind. Er fandalle diese drei Sätze nicht bestätiget.
Der Verfasser bemerkt mit Recht, daß Brown'S Beobachtun-gen beinahe sämmtlich der Vorwurf trifft, daß sie im Wasser an-gestellt worden sind. Die Vcrdünstungen, denen das Wässer unter-worfen ist, und die Veränderungen, welche durch das Eindringen desWassers in die untersuchten Körper hervorgebracht werden, sind zweiUrsachen, welche in jenen kleinen Körpern eine Bewegung hervorbrin-gen können, die man, durch die äußere Erscheinung getäuscht, leichtdiesen Körpern selbst beimeffen dürfte, da sie doch vielleicht nur demMedium angehören, in welchem sie enthalten sind. Um sich von derRichtigkeit dieser Ansicht zu überzeugen, wählte S. eine Reihe vonExperimenten, die sehr zweckmäßig ausgesucht scheinen. Die Erschüt-terung des beobachteten Wassertropfcns durch äußere Ursachen oderdurch daö Platzen des in dem Tropfen enthaltenen Pollenkorns brachtedie ganze Masse des Tropfens in eine strömende Bewegung. Diesewar aber leicht von den hier in Rede stehenden Bewegungen zu un-terscheiden, weil da die Moleculcn gewaltsam und gleichsam heerden-weise nach derselben Seite fortgerissen werden. Schwerer aber sinddiejenigen Bewegungen zu erkennen, welche durch die Verdunstung desWassers entstehen, weil sich damit auch diejenigen vermischen, welchedurch das Eindringen des Wassers in die eingetauchten Objecte, durchdas allmähliche Auflösen ihrer Theile und durch das Benetzen undAnsaugen derselben entstehen können. S. fand, daß Pollenkörner imlauen Wasser, das schnell verdunstet, eine heftige Bewegung der Mo-lekülen zeigten, während dieselben im Mandelöl nur sehr wenig ver-dunstet, keine Spur dieser Bewegung zeigten. Im Weingeiste undbesonders im Alkohol waren sie dagegen noch viel heftiger, als imWasser, und in dem so rasch verdunstenden Schweseläther konnteman die äußerst schnellen Bewegungen kaum mehr mit den Augenverfolgen. Selbst im Wasser wurden jene Bewegungen sehr beschleu-nigt, wenn eS bedeutend erwärmt wurde, was auch bei dem Oele