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ebene Schattengrenze haben. Wenn aber eine Kugel, wie hier derMond, von einer Ebene geschnitten wird, so ist dieser Schnitt immerein Kreis, und jeder Kreis wird, von einem Auge außer seinerEbene, immer als eine Ellipse gesehen, so daß also auch bei einerwürfelförmigen Erde jener Schattenschnitt deö Mondes, so lange nurnicht die Ecken des Würfels ihren Schatten aus den Mond werfen,als eine convere Linie erscheinen wird, daher der Beweis desalten Griechen nicht richtig, oder wenigstens nicht vollständig ist. Erhätte noch hinzusetzen sollen, daß bei den MondeSfinsterniffen unserAuge immer sehr nahe in der Ebene der Schattengrenze ist, wo unsjeder kreisförmige Schnitt der Mondesoberfläche als eine gerade Linieerscheinen müßte, wenn unsere Erde selbst, gleich einem Würfel, vonebenen Seiten begrenzt wäre.
Wir stimmen ganz mit dem Verfasser überein, daß die Chaldäerund nach ihnen die Griechen die Perioden, nach welchen die Finster-nisse der Sonne und dcS Mondes wieder in derselben Ordnung zu-rückkehren, nicht durch ihre Berechnungen der Bewegung dieser beidenGestirne, sondern auf rein empirischem Wege durch bloße Notirungder von ihnen durch längere Zeit beobachteten Finsternisse gefundenhaben. Eben so richtig ist die Bemerkung, daß die Idee dcS Aristarchvon SamoS, daü Verhältniß der Distanz des Mondes und der Sonnevon der Erde aus den Lichtphasen des Mondes zu bestimmen, eineder sinnreichsten ist, welche die ältere Geschichte der Astronomie aus-zuweisen hat. Ein gewiß sehr schöner theoretischer Einfall, der aberkeine praktische Anwendung hat, besonders bei den so unvollkommenenInstrumenten der Alten.
Ganz vorzüglich scheint uns der Verfasser die Geschichte derepicyclischen Theorie der Planeten ausgeführt zu haben. — Nachdemman sie einmal von den fixen Gestirnen des Himmels unterscheidengelernt hatte, mußte man auch bald ihre sonderbaren vor- und rück-gängigen Bewegungen erkennen, und es kam nur darauf an, dieUrsachen dieser letzten aufzufinden, wozu man um so mehr aufgefor-dert wurde, da diese anfangs sehr unregelmäßig erscheinenden Bewe-gungen sehr bald eine gewisse Ordnung und Regelmäßigkeit zeigten,die man, schon in den ältesten Zeiten bei den Chaldäern, mit einemTanze verglich.
Die Griechen scheinen die ersten gewesen zu seyn, die dieseAnomalien zu erklären suchten. Sie nahmen an, daß der Planet sichgleichförmig in einem Kreise, dem sogenannten Epicykel, bewege,