IVIiervell, Kistorx vk inäuct. Sciences. 419
uns auf dem Felde der Geschichte der Wissenschaften bisher gebotenworden ist.
Wir gelangen nun zu dem zweiten Kapitel des siebenten Buches,oder zu der eigentlichen inductiven Epoche Newton'S. Er theilt diesesKapitel nach den fünf hauptsächlichen Entdeckungen Newton'S in ebenso viele Theile. I. Ueber die Kraft der Sonne auf verschiedenePlaneten, die sich verkehrt wie das Quadrat der Entfernung verhält.In dieser Entdeckung sind ihm mehrere, zwar nicht eigentlich zuvor,aber doch nahe gekommen. Wenn man nämlich die Planetenbahnenkreisförmig voraussetzt, so ist diese Entdeckung eigentlich schon inKeppler'S drittem Gesetze enthalten, wenn man damit die schon früher(1673) von HuyghenS aufgestellten Sätze für die Kreisbewegung ver-bindet. II. Ueber die Kraft der Sonne in verschiedenen Punkten der-selben Planetenbahn, daß nämlich bei einer solchen Kraft der Sonnedie Planetenbahn eine Ellipse oder eigentlich ein Kegelschnitt seynmuß. Auch hierin wollte ihm Hooke zuvorgekommen seyn, aber mitUnrecht. — Beide Entdeckungen lassen sich auf zwei HauptsLrittezurückführen. In dem ersten sollte die Bewegung der Planeten nurüberhaupt als ein der Mechanik angehörendes Problem nachgewiesen,und in dem zweiten sollte dann dasselbe nach den mechanischen Prin-zipien mit Hülfe der Mathematik auch in der That aufgelöst werden.Hooke scheint nur den ersten, bei weitem leichtesten Schritt gethanzu haben; der zweite blieb beinahe ganz Newton überlassen, und erführte ihn in der zweiten und dritten Section der Principien mitaller Umständlichkeit aus, die man selbst setzt noch nur wünschen kann.
III. Die Anziehung des Mondes durch die Erde, durch welche Ent-deckung er die Kräfte, denen die Körper des Himmels unterworfensind, zuerst mit der Kraft der Erde oder mit der Schwere in einebisher ganz unbekannte Verbindung brachte. Diese Entdeckung, wohldie früheste unter allen, fällt in daS Jahr 1666, und sie wird hierS. 158 u. f. umständlich und aus eine sehr anziehende Weise erzählt.
IV. Gegenseitige Anziehung aller himmlischen Körper, oder Pertur-bationen derselbe». Diesen schwersten Theil des Gesammtproblemsführte Newton nur in einigen Hauptzügen, besonders für die größerenStörungen des Mondes, aus, aber diese Hauptzüge bezeugen viel-leicht mehr, als alle anderen, die Meisterhand, aus welcher sie her-vorgegangen sind. Man kann dies schon daraus schließen, daß bisauf unsere Tage herab noch kein Anderer, mit Newton'S synthetischerMethode, auch nur eine» Schritt weiter gegangen ist als er. New»
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