Band 
Dritter Band.
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432 VVIiorvell, ki'stor^ ok inäuct. scisuces.

ersten Kapitel wird gezeigt, daß die alten Griechen schon das Gesetzder Reflexion, so wie auch die Perspektive, obwohl die letzte nur un-vollkommen, gekannt haben. Schwerer ging eö ihnen und selbst denNeueren mit dem Gesetze der Refraktion, das den Gegenstand deszweiten Kapitels bildet. Aristoteles, Sencca u. a. hatten davon nursehr unbestimmte Begriffe, wie man aus den hieher gehörenden Stellenihrer Schriften sieht. Sehr zu bedauern ist, daß die Abhandlungdes ArchimedeS: „Ueber einen unter dem Wasser gesehen Ring," nichtauf uns gekommen ist. Dieser außerordentliche Mann würde unsvielleicht auch über die Gesetze der Brechung deö Lichtes aufgeklärthaben, so wie er die wahren Principien der Statik der festen undflüssigen Körper zuerst ausgestellt hat. — Im Mittelalter finden wirdie erste Dämmerung der wahren Begriffe über Refraktion bei denArabern, und zwar besonders bei Alhazen, der gegen das Jahr1100 nach Christi Geburt lebte. Er sagt, daß die Refraktion derLichtstrahlen im Wasser gegen das Einfallsloth hin Statt habe, daßdie Größe der Refraktion mit dem Einfallswinkel sich ändert, und,wie er aus seinen darüber angestellten Experimenten gefunden hat,daß der RefractionSwinkel dem Einfallswinkel nicht proportional sey,wie man wohl früher geglaubt haben mag. In Roger Baco'S Werke»findet man eine nicht unklare Auseinandersetzung der Wirkung eineskonvexen Glases, und der Pole Vitellio, der wie Baco im dreizehntenJahrhundert lebte, setzte die Wirkung eines Lichtstrahls an zweigegenüberstehenden Punkten einer Glaskugel deutlich aus einander.Aber alles dies blieb unfruchtbar in den Werken dieser Autoren liegen,und selbst Kepler, der aus den Versuchen Vitellio's weiter bauenwollte, konnte zu keinem ganz genügenden Resultate gelangen. Nachihm sollte die Refraktion zum Theil dem Einfallswinkel selbst, zumTheil aber auch der Secante dieses Winkels proportional seyn, undes gelang ihm, durch diese Hypothese seine Beobachtungen bis naheauf einen halben Grad genau darzustellen. Wenn man bedenkt, wiesehr sich Kepler in seinen Larslipomena sä VitsIIionsm abgemüht hat,das Refractionsgesetz zu entdecken, das uns doch jetzt so einfach er-scheint, so muß man sich verwundern, daß ein sonst so scharfsinnigerund in allen seinen Untersuchungen rastloser Mann auf halbem Wegezu seinem Ziele stehen blieb. Aber eö ist eine sehr gewöhnliche Er-scheinung in der Geschichte der Entdeckungen, daß die leichtesten Dingeam spätesten gesunden werden, und daß das, was unS nachher auf