Band 
Dritter Band.
Seite
431
JPEG-Download
 

Wbevell, Uistor^ ol inäuct. scisnees.

431

Gränzen eingeschlossen seyn soll (sie füllt in dem Werke 126 Seiten),da er auch hier blos die eigentliche Natur dieser Wissenschaften unddie Bedingung ihrer allmälichen Entwicklung in ihren Hauptzügen zuverzeichnen gedenkt. Interessant ist die in dem Eingänge zu dieserGeschichte ausgestellte Parallele zwischen der Optik, der Astronomieund der Akustik. Die Astronomie nämlich, sagt der Verfasser, schritt,wie wir gesehen haben, seit den frühesten Zeiten der Menschenge-schichte von einer Generation, von einem Volke zum anderen, festenund sicheren Fußes, stets zveiter vorwärts, bis sie endlich, durch diegroßen Entdeckung Ncwton's, ihr durch Jahrhunderte angestrebteshohes Ziel erreichte. Die Akustik im Gegentheile faßte ihre letzteGcneralisation gleich anfangs auf, sie ging gleichsam von ihrem Zieleaus, und ihre Geschichte besteht daher nur in der immer weiter ge-triebenen Anwendung jenes bereits anfangs gegebenen höchsten Prin-cips auf die verschiedenen Probleme, die sich nach einander darboten.Die Optik endlich geht zwar auch durch eine Reihe von Generali-sationen vorwärts, aber nur sehr langsam, und selbst mit Zwischen-räumen von vielen Jahrhunderten, in welchen sie völlig stationär blieb,bis sie endlich durch die vereinte Kraft von zwei oder drei Männerngleichsam plötzlich sich zu der Höhe erhob, auf welcher wir sie jetztnicht ohne Bewunderung erblicken. Das Ziel, welches die Optik aufdiese Weise so spät und doch zugleich so schnell erreichte, ist nurwenig von dem verschieden, zu welchem die Akustik gleich bei ihrenersten Schritten gelangte; aber die älteren Theile dieser Wissenschaftvermissen in unseren Lehrbüchern selbst jetzt noch das belebende Principder Undulationötheorie, durch welches die Optik allein jene ausge-zeichnet schnellen Fortschritte gemacht hat. Die Astronomie erwarbdie Schätze, auf welche sie nun mit Recht so stolz ist, nur durch dieArbeit und den Fleiß von vielen Jahrhunderten, während die Optikihren gegenwärtigen Wohlstand in wenigen Jahren schon durch Glückund Scharfsinn von bloß zwei Männern begründete, und währendendlich die Akustik, früh schon wohlhabend, sich mit der Erhaltung,Verbesserung und Ausschmückung ihrer alten Schätze begnügte.

Der Verfasser theilt auch die Optik, so wie früher die Astro-nomie, in die formelle und physische ein, von denen jene bloßdie Gesetze der Erscheinungen, diese aber die physischen Ursachen der-selben betrachtet. Die Geschichte der formellen Optik füllt die erstenneun Kapitel des neunten BucheS (S. 342 bis 390), während dieletzten vier (S. 390 bis 465) der physischen gewidmet werden. Im