Band 
Dritter Band.
Seite
434
JPEG-Download
 

434

Wbervell, History ok inäuct. Sciences.

abgethan betrachtet werden könnte. — Nicht eben dasselbe darf manauch von den Nichtphysikern sagen. Einige unserer ausgezeichnetstensogenannten Naturphilosophen besonders haben sich mit einer Art vonVorliebe über Newton und seine Entdeckungen in der Astronomie undbesonders in der Optik geworfen, und sie scheinen unter sich darinübereingekommen zu seyn, die bisher allgemein erkannten Verdienstedes außerordentlichen Mannes in Schatten zu setzen. Weit entfernt,hier die gewiß ganz unnöthige Mühe der Apologie desselben überneh-men zu wollen, stehen wir selbst an, unseren Lesern nur einige vonden vielen Stellen in einer getreue» Abschrift zu wiederholen, inwelcher jene Philosophen sich nicht entblödet haben, daS wissenschaft-liche Gewicht Newton's auf seinen, wie eS ihnen erscheint, eigent-lichen nichtigen Werth herabzusetzen, indem ihm zum Beispiel in einerzu Jena erschienenen Schrift; „Ueber das Licht," alle Beobachtungs-gabe und alles richtige Denkvermögen rein abgesprochen wird. Dafürwird es, wie wir glauben, unseren deutschen Lesern, deren bessererTheil sich durch solche Anomalien nicht beirren läßt, interessant seyn,zu erfahren, wie unser Verfasser im Auslande über diese Gegenständedenkt. — Nachdem er S. 181 seine Betrachtungen über die Größeund Wichtigkeit der Entdeckung der allgemeinen Gravitation auf eineder Sache vollkommen würdige Weise vorgetragen hat, fährt er sofort: „So allgemein diese hohen Verdienste Newton's, dieses außer-ordentlichen Mannes anerkannt wurden, so hat sich doch, iü einemTheile von Europa, eine philosophische Schule erhoben, welche die-selben bestreitet. Kepler, so sagt ein berühmter deutscher Metaphy-siker (Hegel, Encyclopädie, §. 270), hat die Gesetze der freien Be-wegung entdeckt, und diese Entdeckung hat ihm unsterblichen Ruhmgebracht. Seitdem aber ist eS eine Art von Mode geworden, zusagen, daß Newton zuerst die Beweise dieser Gesetze gesunden habe.Wohl nur selten ist der Fall eingetreten, daß die Glorie des erstenEntdeckers mit größerem Unrecht auf eine andere Person übertragenworden ist." — Eö mag uns, fährt der Verfasser fort, allerdingsauffallend erscheinen, daß in unseren Tagen irgend Jemand noch einesolche Sprache führen kann. Wenn man aber die Gründe, die Hegelfür seine besondere Behauptung anführt, näher betrachtet, so siehtman, daß sein Geist noch unter denselben Verhältnissen mit Kepler'öGeiste steht, und daß die lange Reihe von Conceptionen und Ideen,die den Uebergang von Kepler zu Newton bilden, noch ganz außerdem Gebiete seiner Philosophie liege».