Band 
Dritter Band.
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Grund seiner Unfähigkeit, die Theorie Newton'S in sich aufzunehmen,war, daß er den Begriff der „Composition" der Farben auf eineganz andere Weise als Newton, aufgefaßt und festgehalten hat. Mankann nicht wohl sagen, was Göthe bei seinen Versuchen eigentlich zusehen erwartet habe; aber aus seinen eigenen Geständnissen folgt, daßseine Erperimente mit dem Prisma eigentlich aus seinen früherenSpeculationen über die Regeln der Farbengebung bei Gemälden ent-standen ist. Es ist aber leicht einzusehen, daß solche ganz heterogeneBegriffe von der Composition der Farben zuerst ganz aus dem Kopseentfernt seyn müssen, ehe man hoffen darf, das, was Newton überdiese Composition gesagt hat, vollkommen zu verstehen und klar insich aufzunehmen.

DaS vierte Kapitel des neunten BucheS enthält die Geschichteder Entdeckung des AchromatiSmuS. Sie beginnt mit der richtigenBemerkung, daß diese hochwichtige Entdeckung wohl für die Kunst,für die Verfertigung der Fernrohre und Mikroskope sehr nützlich undfruchtbar geworden ist, daß sie aber der Wissenschaft selbst nicht imGeringsten weiter geholfen hat. Der Fehler, in den Newton verfiel,«nd die erst späte Verbesserung desselben durch Klingenstierna, Dol-lond und Euler, so wie der glückliche Erfolg Dollond's, nachdem ereinmal daS erste Eis gebrochen hatte, sind zu bekannt, als daß wiruns in dieser gedrängten Anzeige weiter dabei aufhalten sollten. Auchder Verfasser eilt nur kurz darüber weg, um sich dafür desto länger(Kap. V. bis IX.) bei der Entdeckung der doppelten Brechung, derInterferenz und der Polarisation des Lichtes, aufhalten zu könuen.Bekanntlich war EraSmuS Bartholin der erste, der diese doppelteBrechung des Lichtes in dem isländischen Krystalle entdeckte, und 1669zu Kopenhagen in einem eigenen Werke bekannt gemacht hatte. Dieeigentlichen Gesetze dieser Doppelbrechung aber wurden erst mehrereJahre später von HuyghcnS gefunden, und in einer eigenen Schriftim Jahr 1690 aus einander gesetzt. Diese Gesetze stehen setzt nochals ein Denkmal deS Scharfsinns und der Präcision ihres Entdeckersda, an denen die Folgezeit nicht nur nichts Wesentliches, sondernauch nicht einmal den äußeren Ausdruck derselben auch nur in einemWorte zu ändern hatte, ja die von den Nachfolgern HuyghenS überhundert Jahre nicht einmal nach ihrem ganzen Werthe erkannt wordensind, bis sie endlich durch Haüy und Wollaston aus die hohe Wich-tigkeit derselben aufmerksam gemacht worden sind. ES ist merkwürdig,daß Newton, der doch vor allen anderen seiner Zeitgenossen im Stande