Band 
Dritter Band.
Seite
447
JPEG-Download
 

zVbervell, Uistoi^ ok inäuct, Sciences. 447

ganz ohne jene Eleganz und Symmetrie waren, durch welche sich be-sonders die französischen Mathematiker in der neueren Zeit so Vortheilhaftausgezeichnet hatten. „Meine mathematischen Aufsätze," schrieb er selbstspäter einem seiner Freunde, „wurden wegen dem Mangel symbolischerZeichen selbst von den Mathematikern nicht gehörig verstanden. AusAbneigung gegen den Mißbrauch der algebraischen Formeln, den be-sonders mehrere ausländische Schriftsteller so weit trieben, wurde ichwieder zu einer Art von Affektation einer gewissen Einfachheit verlei-tet, die aber, wie ich jetzt sehe, einem wissenschaftlichen Aufsätze ebenso unangemessen ist, wii jene." UebrigenS war Er wenigstens vonder Wahrheit seiner Lehre überzeugt und so ganz von ihr durchdrun-gen, daß er, da er keine Freunde derselben finden konnte, wenigstensrecht viele Gegner derselben zu treffen wünschte, mit denen er sichdann herumkämpfen wollte, um wenigstens auf diesem Wege, wie erhoffte, seine Theorie bekannt zu machen, und ihr allmälig Eingangzu verschaffen. „Haben Sie, schrieb Davy im Jahr 1802 einemseiner Freunde, „haben Sie die wunderliche Theorie meines wunder-lichen Collegen Äsung schon gesehen? ES ist wohl nicht zu erwarten,daß sie je populär werden sollte. Indeß würde eS ihn sehr freuen,wenn Sie ihm einige Bemerkungen über dieselbe mittheilen wollten,sie mögen nun für oder gegen sie ausfallen." Äsung fühlte ohneZweifel ein inneres Vertrauen auf seine Kraft, solche Einwürfe, wennsie nur einmal gemacht worden, zu widerlegen, und er wartete dahermit Sehnsucht auf einen solchen öffentlichen Streit.

Auch Brewster, vielleicht der ausgezeichnetste theoretische Optikerjener Zeit, der diese Wissenschaft mit einer ganzen Reihe der schön-sten Entdeckungen bereichert hatte, theilte doch mit seinen Landsleutendie beinahe allgemeine Abneigung gegen die UndulationStheorie, under konnte sich, selbst volle dreißig Jahre später, nur mit Mühe vondieser Abneigung losmachen. Wollaston aber, ohne Zweifel auch einausgezeichneter Physiker, blieb sein ganzes Leben durch bloß bei denExperimenten stehen, ohne sich um die Gesetze der Erscheinungen undum die Ursache dieser Gesetze zu bekümmern, und es scheint nicht, daßer über den Werth der beiden Theorien, wenn er ja darüber ernstlichnachgedacht hat, je mit sich selbst einig geworden ist. Selbst derjüngere Herschel, dem ein so vorzügliches theoretisches Talent zu Theilgeworden ist, theilte doch anfangs die allgemeine Abneigung gegen dieneue Lehre. Selbst dann noch, als er die Gesetze der Polarisationund der Interferenz des Lichtes durchdacht, und mit seinen eigenen