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nie durch Eroberung oder Plünderung der andern Anstalten dieserArt sich zu bereichern gesucht hat.
Die vorzüglichsten Ankäufe derselben sind folgende:
Zeit des Ankaufs.
Frühere Besitzer.
Zahl der Bände.
Preis.
1655
Graf Fugger in Augsburg
15,000
15,000 fl.
1720
Baron Hohendorf
7,039
60,000 fl.
1738
Prinz Eugen
15,000
10,000 fl.
1780
Stadt Wien
5,037
6,000 fl.
In der vierten Abtheilung vergleicht der Verfasser die WienerBibliothek mit den vorzüglichsten fremden in Beziehung auf ihren in-nern Reichthum oder eigentlich auf die Anzahl der Bände. Ihr vor-aus geht eine hier nicht zu erwartende, aber doch sehr interessanteNachricht von der bereits erwähnten Bibliothek des K. MathiasCorvinuS ( 1 ^ 58 — 149 g) von Ungarn, der zur Errichtung seinerBüchersammlung in Ofen mehr that, als alle gleichzeitigen Monar-chen Europa'- zusammengenommen. Die Italiener Galeotti undUgoletti waren seine Bibliothekare, wie er denn überhaupt die Mittelzur Bildung seines Volkes nur in Italien suchte und auch wohl fürjene Zeit nur dort finden konnte. Dieser große König soll für seineBibliothek jährlich die Summe von 30000 Dukaten ausgegeben haben,eine für jene Zeit erstaunliche Summe, die kaum Glauben finde»würde, wenn sie nicht durch so viele Schriftsteller bestätigt wordenwäre. ' Mehrere andere ungarische Schriftsteller geben diese Summenoch bedeutend größer an. Diese Bibliothek bestand natürlich beinaheganz aus Manuskripten, die damals so theuer waren, und deren sieüber 55,000 enthalten haben soll. Der König unterhielt zahlreicheCopisten in Rom, Florenz und Venedig, und er schickte eigene Rei-sende nach Konstantinopel und in andere Städte des Orients, umdort Manuskripte zu kaufen. Einige Jahre nach seinem Tode, imJahre 1498, reclamirte der Herzog Medicis von Florenz von demNachfolger CorvinuS 1400 Ducaten für eine Bibel, und 500 Duka-ten für ein Brevier, das er ihm verkauft hatte. Wenn man aberauch nur jedes jener 55000 Manuskripte zu 30 Ducaten rechnet, sogibt dieß eine Summe von 1,650,000 Ducaten, also unter die 24Jahre seiner Regierung vertheilt, eine jährliche Ausgabe von 68,750Ducaten, eine wahrhaft enorme Summe, wenn man sie mit der Sel-tenheit deö Goldes in jener Zeit vergleicht.