Band 
Dritter Band.
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Lrago'ssAufsätze.

vorfinden, zu unterirdischen Teichen oder Seen, und selbst zu Flüssensich vereinigt. Dieser Höhlen und unterirdischen Gewölbe kennt manschon eine große Anzahl. Zu den bedeutendsten gehören: 1) Die vonGuacharo im Thale Campe in Südamerika, von Humboldt be-schriebene Höhle, ein unterirdisches Gewölbe von 72 Fuß Höhe,80 Fuß Weite und 2450 Fuß Länge. Ein Fluß von 30 Fuß Breitedurchströmt diese Höhle nach ihrer ganzen Länge. 2) Die bekannteAdelSberger Grotte in Krain, von der die bisher erforschte Längeüber zwei fr. Meilen beträgt, und von der mehrere einzelne Abthei-lungen die größten Kirchen Europas an Raum übertreffen. 3) Diesenkrechte Höhle Pontoppidan bei Friedrichshall in Norwegen, inwelcher ein hineingeworfener Stein erst nach zwei Minuten auf denBoden aufschlagend gehört wird, woraus Arago die Tiefe dieserHöhle auf 12,240 Fuß berechnet. 4) Die Quelle von Vauclusebildet schon bei ihrem Heraustreten auS dem Felsen einen ganz eigent-lichen bedeutenden Fluß, und muß daher aus einem sehr großen Was-serbehälter kommen, der unter diesem Felsen gelagert ist. 5) DerZirknitzcr See in Krain, der zwei Meilen Länge und eine MeileBreite hat, dessen Wasser im Sommer durch unterirdische Kanäleganz abläuft, so daß der Boden des Sees mit Getreide bebaut wird,bis gegen Ende des Herbstes das Wasser wieder zurückkehrt. Offen-bar stehen hier zwei Seen über einander, von welchen der eine einförmlicher unterirdischer ist.

Nun ist bekannt, daß wen» man Wasser in eine nach Art deslateinischen v gebogene Röhre gießt, dasselbe in den beiden Armen derRöhre gleich hoch steht, und daß, wenn z. B. der rechte Arm vielkürzer ist, und der linke ganz gefüllt wird, das Wasser aus dem kürzerenArme, in Gestalt eines Springbrunnens, nahe eben so hoch auswärtsgetrieben ist, als das Wasser in der längeren Röhre steht. Dabeiist die Gestalt der Röhren ganz gleichgültig, sie kann rund, vier- odervieleckig seyn, breite und engere Stellen haben u. s. w., wenn nurdaö Wasser in den beiden Armen durchaus frei cirkuliren kann.

Bedenkt man nun, daß unsere Hügel und Berge an ihren Ab-hängen und Gipfeln mit so vielen Schichten, mit Spalten und Sand-lagern versehen sind, durch welche das Reger Wasser eindringt, daß eSdann im Innern der Erde in unzähligen Adern fortrieselt, daß eSdaselbst öfter zwischen zwei Schichten von undurchdringlichem Thonoder Felsen eingeklemmt wird, oder sich in schon früher gebildeten un-terirdischen Höhlen zu Seen sammelt — so sieht man ohne Mühe,