Band 
Dritter Band.
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Arago's Aufsätze.

reiche Darstellung und die wahrhaft elegante Entwicklung dieserIdee ein eigenes, nicht minder schätzbares Verdienst zu begründenscheint.

Der Vcrf. geht von der Voraussetzung aus, daß unsere Erdeursprünglich kein fester Körper, sondern daß sie in einem flüssigen Zu-stande gewesen sey, wie dieß aus ihrer Abplattung an den beiden Polenund auö ihrer ganzen G.stalt hervorgeht, die mit der auf Mathematikgegründeten Theorie einer anfangs flüssigen und in Rotation begriffe-nen Erde auf daS Vollkommenste übereinstimmt.

Der ursprüngliche flüssige Zustand der Erde also als gewiß vor-ausgesetzt, und keiner unserer Physiker hat daran je zweifeln können —woher kam dieser Zustand?

Schon hier theilten sich die Meinungen. Die einen wollten die-sen flüssigen Zustand der Erde aus dem Wasser, die anderen aus demFeuer ableiten. Jene wurde» daher Neptunisten, und diese Plutoni-sten genannt. Nach den Neptunisten war anfangs alles mit Wasservermischt, und' die feste Erdkruste hat sich bloß im Wege des Abla-gernS oder dcS Niederschlags gebildet. Nach den Plutonisten aberwar jene anfängliche F.üssigkcit der Eide bloß das Resultat einer sehrhohen Temperatur, welcher daS Innere der Erde zur Zeit ihrer Ent-stehung ausgesetzt war. Nachdem beide Parteien lange genug gestrit-ten hatten, ohne eben viel auszumachen, sah man endlich ein, daß dieErde selbst jetzt noch deutliche und unverkennbare Neste jener erstengroßen Hitze auszuweisen habe.

Eine sehr große Anzahl von Beobachtungen, die in Bergwerkenangestellt worden sind, sowie die Untersuchung der Temperatur deSWassers auö tiefen artesischen Brunnen haben uns die unwidcrsprcch-liche Thatsache geliefert, daß die Temperatur der Erde mit jeden 14oder 15 Klaftern unter der Oberfläche der Erde um einen Grad desNöaum. Thermometers zunimmt. — Von der Sonne kann dieseinnere Wärme der Erde nicht kommen, also muß sie auS der Erdeselbst entspringen. Diese Erde stellt sich unS demnach als eine in-crnstirte Sonne dar, die anfänglich durch die große Hitze, welchein ihrem Inneren herrschte, ganz in flüssigem Zustande begriffen war,deren Rinde sich allmälig durch Abkühlung gebildet hat, die sich alsoauch noch j.tzt, und noch lange in der Folge der Zeiten, weiter ab-kühlen wird.

Wie groß ist nun diese Abkühlung gegenwärtig z. B. währendeines Jahreö, während eines Jahrhunderts oder z. B. seit dem An-