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Arago's Aufsähe.
samer drehen; und je mehr sie sich in der Folge der Zeit wieder ab-kühlt, desto kleiner wird sie werden, desto schneller wird sie sich umihre Spindel drehen.
Unsere Erde aber ist nichts anderes, als eine solche Kugel, diesrei im Weltcnraume schwebt, unv sich täglich einmal um ihre Achsedreht. Wenn also diese unsere Erde, die anfänglich, bei ihrer Ent-stehung, in einem durch Glühhitze fließenden Zustande war, sich z. B.seit den letzten zwei Jahrtausenden beträchtlich abgekühlt hat, so hatsie seitdem auch beträchtlich an Umfang abgenommen, sie ist kleinergeworden, und da die Kraft, welche sie täglich um ihre Achse dreht,immer dieselbe geblieben ist, so muß sie sich jetzt schneller um ihreAchse drehen, d. h. unser gegenwärtiger Tag muß kleiner seyn, als ervor zwei Jahrtausenden gewesen ist.
Wenn wir nun gute und ausgedehnte Thermometerbeobachtungenaus jenen altcrgraucn Zeiten hätten, so würde die Frage, ob unsereErde seit jener Epoche sich an ihrer Oberfläche abgekühlt habe, baldentschieden seyn. All.in dergleichen Beobachtungen Haber wir nicht, dadie Alten daö Thermometer nicht kannten.
Eben so, wenn wir eine astronomische Uhr der alten Chaldäerauffinden könnten, von der wir überzeugt wären, daß sie in einemTage genau volle 24 Stunden gegeben habe, und noch jetzt unverän-dert gebe — so würde eö auch bald entschieden seyn, ob die Tage derNeueren in der That kürzer sind, als die der Alten. Allein wohersollte man eine solche Uhr nehmen? Und wie sollten wir, wenn wir sieauch fänden, uns von ihrem unveränderten Gange seit vollen zwanzigJahrhunderten überzeugen?
Beide Wege, zu unserem Ziele zu kommen, sind uns also ver-schlossen. Sollen wir aber deßhalb unsere Bemühungen einstellen, unddie ganze Frage, so wichtig und interessant sie unS auch erscheinen mag,wieder zur Seite legen?
Der Mond ist unter allen Gestirnen des Himmels dasjenige,welches unü am nächsten steht, und welches daher, außer der Sonne,immer die größte Aufmerksamkeit der Menschen auf sich gezogen hat.Die alten Chaldäer und die Griechen der alerandrinischcn Schulehaben sich sehr bemüht, den Lauf dieses Gestirns kennen zu lernen,und PtolcmäuS, der im zweiten Jahrhundert nach Christo lebte, hatuns in seinem Werke genaue Nachrichten über den Weg hinterlassenwelchen zu seiner und zu der Chaldäer Zeiten der Mond während je-dem Tage unter den übrigen festen Gestirnen dcö Himmels zurücklegt.