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Dritter Band.
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504 Arago'S Aufsätze.

bei der Temperatur von 0 Grad, den Gefrierpunkt erreicht, und zuEis wird.

Man sieht daraus klar, daß alle stehenden Wasser an ihrerOberfläche zuerst gefrieren, daß ihre Oberfläche sich mit einer Eis-kruste überzieht, während daö Wasser am Grunde des Teiches nocheine Temperatur über 0" hat, und daher flüssig bleibt, wie dieß derErfahrung vollkommen gemäß ist.

Und warum hat dieselbe Erscheinung nicht auch bei dem fließen-den Wasser unserer Bäche und Ströme Statt? — Weil eben dieBewegung, welcher dieses Wasser ausgesetzt ist, alle Schichten dessel-ben, die höchsten wie die niedrigsten, immerwährend durch einandertreibt, so daß die kälteren und wärmeren Schichten immer unter ein-ander gemischt werden, bis endlich die ganze Wassermasse in allenihren Theilen dieselbe Temperatur erhält.

Wenn nun aber das Gcsammtwasser eines solchen Stromes z. B.bis auf die Temperatur 0" herabgesunken ist, warum friert dann nichtauch diese ganze Masse überall zugleich, warum friert sie, nach demVorhergehenden, zuerst an dem Boden deö Flusses? — Manweiß, daß die Bildung der Krystalle z. B. in einer Salzauflösungsehr befördert wird, wenn man einen rauhen Körper in die Auflösungwirft, wo dann die ersten Krystalle sofort an diesen Körper anschlie-ßen, und schnell anwachsen. Diese rauhen Körper finden sich aberbei unseren Flüssen und Strömen auf dem Boden, wo Steine, Sand,Gesträuche u. f. in Menge gesunden werden. Dazu kömmt noch, daßdie untersten Wasserschichten eines Baches, schon wegen dieser Un-gleichheit des Bodens, eine viel kleinere Geschwindigkeit haben, alsdie der Oberfläche, und man weiß, daß die Ruhe eines der bestenBeförderungsmittel der Krystallbildung ist, so daß demnach auch dieseErscheinung vollkommen genügend erklärt zu seyn scheint.

So sinnreich diese Erklärung seyn mag, so zeigt sich der Vers.S. 217 doch noch nicht ganz zufrieden mit derselben, und macht dabeinoch auf einige Punkte aufmerksam, auf die, bei jener Erklärung,nicht genug Rücksicht genommen zu seyn scheint.

Diesem Aussatze folgt S. 218 ein anderer über das verschiedeneAlter der GebirgSarten der Erde, von welchem die wesentlichen Zügeschon in dem Kalender für alle Stände (Wien, bei Beck, 1838)mitgetheilt worden sind, daher sie hier Übergängen werden können.Bemerken wir nur noch, daß der Verfasser das in den neueren Zeitenso oft erwähnte Sinken des Meeres, das man besonders an einigen