Band 
Dritter Band.
Seite
505
JPEG-Download
 

Arags's Aufsätze.

505

europäischen Küsten beobachtet haben will, durch eine ErhöhungdeS Festlandes zu erklären sucht, durch dieselbe Erhöhung, durchwelche auch, nach EliaS Veaumont, alle Gebirge der Erde entstandenseyn sollen. Diese Beobachtung hat man z. B. seit langer Zeit anden Ufern des bothnischen Meerbusens gemacht, die sich allmälig undregelmäßig zu erheben scheinen, so daß, im Mittel aus vielen Beob-achtungen, diese Erhebung in einem Jahrhundert 4^so Fuß beträgt,wie Hallström in einem über diese Erscheinung herausgegebenen Me-moire umständlich angeführt hat. Daß sie keinem Sinken des MeereSbeigemessen werden kann, folgt schon daraus, weil, wenn diese Voraus-setzung richtig wäre, dieselbe Erscheinung auch an der Nordküste Deutsch-lands Statt haben müßte,' was doch nicht der Fall ist. Es wäresehr wünschenöwerth, aus allen den Orten, wo ähnliche Veränderun-gen der See oder dcö festen Bodens bemerkt werden, verläßliche undlänger fortgesetzte Beobachtungen zu besitzen.

S. 240 findet man ein räsonnirendeS Verzeichnis der höchstenBerge von Südamerika, meistens aus Pentland'S neuesten Beobach-tungen. Man sieht daraus unter anderem, daß nicht der Chimbo-rasso, wie man bisher glaubte, der höchste Berg der Cordillcraö ist,sondern daß er seinen bisher fälschlich behaupteten Vorrang an mehrereandere Berge abtreten muß. So wurde Jahrhunderte durch der Picvon Teneriffa für den höchsten Berg der Erde gehalten, obwohl mehrereSchweizeralpen, wie wir setzt wissen, ihn bedeutend an Höhe über-treffen, der Berge in Südamerika und Indien nicht zu erwähnen.—Unter den CordilleraS fand Pentland den Jllimani und den Sorataam höchsten. Seine Messungen gründen sich durchaus auf trigono-metrische Operationen und auf Barometerbeobachtungen, die mit sel-tener Genauigkeit ausgeführt wurden. Er fand den Gipfel des So-rata 7696 MetreS, den deS Jllimani 7315, ferner den Tajora5760, Pichu 5670, Arequipa 5600, welcher letzte wohl der größteVulkan der Erde ist. Nicht minder ausgezeichnet sind die Berg-straßen oder Pässe dieses Landes, die wohl die höchsten auf derErde seyn mögen, obschon sie zugleich, wenigstens in früheren Zeiten,von den Einwohnern des Landes sehr häufig in ganzen Karavanenüberschritten worden sind. Dahin gehört der Paß von AltoS imSüden deS erwähnten Arcquipa's, 4137 MetreS über dem Meere,ferner der Paß von Tolapalca 4290 M., von Paquani 4640 M.u. f. Selbst mehrere Städte von Peru und Chili sind durch ihre«»gemein hohe Lage ausgezeichnet. So liegt die Stadt Arequipa, an