Band 
Dritter Band.
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Arago'S Aufsätze.

Nehmen wir nun, um dies auf die Bildung des Hagels anzu-wenden, eine tiefgehende Gewitterwolke an, die an ihrer oberen Flächevon der Sonne beschienen wird. Die Wolken sind bekanntlich alleaus sehr kleinen, hohlen Bläschen zusammengesetzt, deren äußere Hülleauö Flüssigkekt besteht. Durch die Sonnenwärme werden diese Bläs-chen an der oberen Seite der Wolke in Dünste aufgelöst, diese Dünstesteigen ihrer Natur nach in die höheren Regionen, die immer kältersind, aus, und sie werden, wenn sie hoch genug gestiegen sind, durchdiese Kälte wieder in wässerige Bläschen, das heißt, in neue, denfrüheren ähnliche Wolken umgeformt. Diese neue, obere Wolke aberwird positiv elektrisch seyn, weil sich bekanntlich, bei dem Niederschlagder Dünste in Tropfen, so wie bei dem Nebergange der tropfbarenKörper in feste, immer positive Elektricität entwickelt. Einige dieserTropfen der oberen Wolke werden sogar, durch die Kälte der sieumgebenden höheren Region, in feste Kiigelchen übergehen oder ge-frieren, und dasselbe wird auch mit mehreren Bläschen der unterenWolke geschehen, da diese Wolke, in Folge der starken Verdünstungauf ihrer oberen Fläche, ebenfalls viel kälter geworden ist. Jeneoberen festen Kiigelchen werden, nach dem Vorhergehenden, positiv-electrisch seyn, und daher von der oberen, ebenfalls positiven Wolkeabgestoßen werden und zu der unteren Wolke Herabgehen, währenddie gefrorenen Kiigelchen der unteren Schichte neutral oder unelectrischsind, und daher von der oberen positiven Wolke angezogen werdenoder zu ihr aufsteigen, und so sieht man hier zwischen den beidenWolken ganz dasselbe Spiel wiederholt, welches wir oben bei denzwei Scheiben bemerkt haben. Man wird keiner weiteren Auseinander-setzung über die Identität beider Erscheinungen bedürfen, und wirbegnügen uns daher mit der bloßen Bemerkung, daß durch dieseTheorie auch alle die Phänomene, die den Hagel gewöhnlich begleiten,und die der Verfasser S. 264 bis 269 umständlich anführt, scheinbarauf das befriedigendste erklärt werden. Scheinbar, sage ich, dennder Verfasser führt bald darauf S. 276 mehrere, meistens von Bel-lani entlehnte Einwürfe an, welche sich dieser Theorie Volta's ent-gegenstellen. Nach allen DiScussionen von beiden Seiten bleibt unsam Ende doch nur das Geständniß übrig, daß wir die Entstehungdes Hagels noch keineswegs vollständig erklären können. Darausfolgt denn auch, wie der Verfasser zum Schlüsse seiner Abhandlungauf das Eindringlichste zeigt, haS die sogenannten Hagelableiter(Stangen mit oder ohne metallene Spitzen, mit welchen man die