Band 
Dritter Band.
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Dr. Fehler's Rückblicke auf seine siebenzigjährige Pilger-schaft. Ein Nachlaß an seine Freunde und Feinde.Breslau bei W. G. Korn 1824 mit einem Anhangezu seinen Rückblicken, als Resultate seines Denkens undErfahrens. Ebendaselbst 1826.

(Nachgelassenes Manuskript).

§)eS Verfassers sonderbare Schicksale sind unter seinen Lands-leuten im allgemeinen bekannt genug. Ein geborner Ungar, (geborenden 18. Mai 1754) debütirte er zuerst in einem Kapuzinerklosterdieses Landes. Da ihm diese Rolle nicht lange behagte, zog er seinerauhe Kutte aus und trat als eleganter Abbe und Professor an derUniversität in Lemberg auf. Von da entfloh er nach Preußen, woer anfangs bei einem Fürsten aus. dem Lande privatisirte und dann inBerlin sich an die Spitze aller Maurerlogen des Landes stellte.Ueberall verfolgt, flüchtete er sich im Jahre 1809 nach Petersburg,wo er wieder den Professor spielte, aber sich ebenfalls mit seinennächsten Umgebungen zerwarf. Schon in Preußen zur lutherischenGemeinde übergegangen, begab er sich nun nach Sarepta an der süd-lichen Wolga, wo er in die Brüdergemeinde der Herrenhuter trat,Noth und Mangel litt und endlich, ganz gegen sein und aller Er-warten, zum Bischof der evangelischen Gemeinden jener Gegendenernannt wurde.

Schon mit dem bischöflichen Talar umgebe» und in seinemzweiundsiebenzigsten Jahre, erinnert er sich plötzlich an dem Abendseines Geburtstages, daß er in den entfernten deutschen Gauen vieleGegner und Feinde zurückgelassen habe. In der Ueberzeugung, daßihn diese Leute nur deßwegen verfolgten, weil sie ihn und seineninnern Werth nicht kannten, entschließt er sich, ihnen diesen Werth inseiner ganzen Größe zu zeigen; seinen Freunden, wenn er deren hat,zum Troste und seinen Feinden zur Beschämung.