Feßler'sfBi'ographie.
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Wir halten diese Selbstvertheidigung für ein in anthropologischerBeziehung sehr wichtiges Werk. Es ist immer merkwürdig, wie, nichtein unbärtiger Jünger der Kunst, sondern ein in seinen Künsten er-grauter Meister, seinen Zweck, den er mit Besonnenheit durch alleSeiten seines dicken Buches von 57 Bogen unablässig versolgt, dochso ganz und gar verfehlen kann. Er geht offenbar aus mit demVorsätze, sich weiß zu brennen, und kömmt am Ende seiner Reiseviel schwärzer zurück, als er ausgegangen war. Wir müssen es denLesern überlassen, dieses Räthsel aufzulösen, da wir nicht im Standesind, diese Auflösung selbst zu finden, wenn wir nicht voraussetzendürfen, daß der alte Reinecke mit seinen Klauen zugleich das Gefühlverloren hat, durch welches allein man die hier von ihm selbst er-zählten Stückchen als das erkennen kann, was sie wirklich sind. Gewißnicht leicht hätte ihm einer seiner Feinde, selbst gegen die er zu Feldezieht, einen schlimmeren Streich spielen können, als er sich hier selbstgespielt hat. Wir beschränken uns übrigens, und müssen cS auch,da uns die Person des Verfassers ganz fremd ist, auf eine getreueRelation dessen, was er uns selbst in diesen sonderbarsten alten Auta-pologien zum Besten gegeben hat und überlassen anderen, daS vorunS liegende Lorpem äslioli näher zu beurtheilen.
Er hebt damit an, daß er, wie er sagt, sich den Menschen sozeigen will, wie er wirklich ist. Meinen Freunden setzt er hinzu,wird die Liebe sagen, daß ich nicht lüge und meine Feinde mögennoch einmal sehen, wen sie geschlagen haben.
Da Selbstlob, wenn auch nicht schwer fällt, doch schwer Glaubenfindet, so wird ein Fremder vorgeschoben, der im Jahre 1817 inirgend einem der zahllosen Journale Deutschlands von Feßler schrieb,wie folgt: „Der gewöhnliche Mensch kann die Schicksale dieses Men-schen (Feßler's) nicht begreifen. Als Räthsel steht er da und wandertunter seinen Zeitgenossen, von den Meisten arg verkannt. Darumselig, wer sich an ihm nicht ärgert. Als Schriftsteller ist er zwarvielen rühmlichst bekannt, aber als Mensch, wo er sich durch eigeneKraft emporschwang, wie er alles seiner Ueberzeugung und seiner Ge-rechtigkeitöliebe zum Opfer brachte, kurz wie er als Mensch dem Men-sche» theuer und verehrungswürdig ward — so, wahrlich, kennen ihnnur wenige."
In seinem dritten Jahre schon ging er aufrecht; gekrochen hatteer nie und ein Gängelband wollte er durchaus nicht dulven. WelchZeichen der künftigen Festigkeit des Mannes! Schon um diese Zeitkonnte er die Nähe mancher, befreundeter sowohl als unbekannterFrauen nicht ertragen. Er fing dann an zu zappeln und schrie solange, selbst in der Kirche, bis man ihn aus dieser Nähe wegnahm.Er erklärt dieß selbst aus einem gewissen „moralischen Ekel", der sichschon so früh bei ihm entwickelt habe und der ihn später auch beianderen Frauen sehr oft angewandelt haben soll.
Seine erste Lectüre waren Legenden der Heiligen und Märtyrer.In seinem neunten Jahre schon las er die Kirchenväter und fand die
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