Feßl'er's Biographie.
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ihn wie Schlangen zischen, denen er aber, mit des Himmels Hülfe,den Kopf zertreten werde. Immerhin mögen seine Gegner sich erhebenund ihre Unzufriedenheit laut werden, ich kann in keiner Klage unter-liegen, wenn ich anders gehört werde. Was wollen sie auch mitmir? WaS habe Ich gethan? — Ich überall nichts, und allesnur das Eonsistorium, und was das verordnet, das ist und bleibtGesetz. Freilich muß in jedem Collegio einer seyn, der vorschlägtund die Entwürfe ausarbeitet, sie zur Genehmigung vorschlägt, unddieser Einzelne war allerdings Ich, denn dazu hielt ich michvermöge meiner Kenntnisse und meines AmteS verpflichtet, aber ver-antwortlich bin ich deshalb nicht, dies ist und bleibt das Consisto-rium u. s. w. Seine Pastöre mögen ihm übrigens wacker zu Leibegehen, da er nicht müde wird, über Mißgunst, Feindschaft und Ver-folgungen aller Art, wie bisher überall, also auch hier, bittere Kla-gen zu führen.
Wir wollen nur noch anführen, daß er im Jahr 1823 seinezweite Frau verlor. In dem Schmerze über diesen unersetzlichenVerlust, der den alten acht und sechzigsährigen Mann beinahe über-wältigt hätte, konnte er sich nicht anders retten, als daß er in allerEile, sechs Monate nach dem Tode der zweiten, eine dritte Fraunahm, besonders aus dem edlen Grunde, daß er seine häufigen Visi-tationen in entfernte Gegenden besser besorgen werde, wenn ein tugend-sames Weib ihm Speise und Trank auf seinen Reisen liebreich besorgte.Uebrigens ging der Alte Reinecke diesmal nicht so leicht in die Falle,da er sich zuvor bei allen Bekannten sorgfältig um die näheren Eigen-schaften der holden Jungfrau erkundigte, mit der er nun Hand inHand dieses Leben wandeln will. Dieser Erkundigungen ungeachtetscheint der hocherfahrene und vielgewandte Pilger doch nur mit einemscheuen Auge in die Zukunft zu blicken, da er seine dritte Heiraths-geschichte mit den Worten schließt: „Ob wir nun beide etwas, oderwer von uns mehr gewagt habe, das wird die Folge lehren." Wirwünschen beiden Gluck zu ihrer Reise und beschließen damit diesemerkwürdige Apologie seiner selbst mit aufrichtigem Danke gegen denVerfasser für die kostbaren anthropologischen Beiträge, mit welchen erdie Kenntniß seiner Leser bereichert hat, in der Hoffnung, daß er sichdadurch vollkommen entschädiget halten werde, wenn auch die eigAit-liche Absicht seiner Unternehmung, die Beschämung seiner Feinde, nichtganz nach Wunsche gelungen seyn sollte.