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schichte auf Italien irgend einen Einfluß übte. Der zweite Bandaber, oder das eigentlich erste Buch seines Werkes, gibt die Ge-schichte der Mathematik Italiens vom neunten bis zum fünfzehntenJahrhundert.
Der eigentliche Text ist, nach des Verf. Aeußerung, absichtlichnicht didactisch gehalten worden, um denselben einem größeren Kreisevon gebildeten Lesern zugänglich zu machen. Mehr gelehrte oder strengwissenschaftliche Bemerkungen wurden deßhalb in die zahlreichen Ad-ditionen verwiesen, die diesem Texte angehängt sind, und die nahe dieHälfte eines jeden dieser zwei Bände ausmachen, so wie auch unterdem Terte selbst sehr viele Noten eingestreut sind. In diesen Notenund Zusätzen findet man sehr häufig Citationen der alten Schriftsteller,auS denen der Verf. schöpfte, und man sieht aus ihnen, welche Mühesich derselbe gegeben hat, bis zu den ersten Quellen zurückzugehen,unter denen sich viele, bisher noch ganz unbekannte und in den Biblio-theken vergrabene Manuscripte von oft großem Werthe befinden. Manhat oft genug Klage geführt über die Nachlässigkeit, mit welcher dieseManuscripte in den vorhergehenden Jahrhunderten behandelt wordensind, und man hat, mitunter auch aus diesem Grunde, jene Jahrhun-derte die barbarischen zu nennen beliebt. Allein der Vers. ist derMeinung, daß wir über uns selbst nicht geringere Klage zu führenhaben. Er wird, wie er verspricht, im Verlaufe seines Werkes meh-rere Beweise von dieser modernen Barbarei anführen. So ließ manz. B. mehrere der wichtigsten Werke des Galilei zu Grunde gehen,und nur ganz zufällig wurde ein Theil seiner Manuscripte bei einemitalienischen Speckhändlcr gefunden. Die Schrift des Leonard vonPisa, über die Quadratzahlen, ist noch vor 60 Jahren vorhanden ge-wesen, seitdem aber gänzlich verloren gegangen. Die mathematischenSchriften PaScal'S, die von Leibnitz so hochgeachtet wurden, sind erstin dem letzten, achtzehnten Jahrhunderte zerstreut worden. Eben sosind die mathematischen Manuscripte Fermat'S, in welchen er die be-rühmten Sätze über die Theorie der Zahlen, die seinen Nachfolgernso viele Schwierigkeiten machten, bewiesen hatte, nicht gleich nach sei-nem Tode, wie man schon so oft behauptet hat, sondern ebenfalls erstim Anfange des letzten Jahrhunderts verloren gegangen. Gewöhnlichmüssen die Erben dieser Männer die Schuld dieser Verluste tragen.So spricht man noch immer dem Montfaucon nach, daß die höchstinteressanten Manuscripte des berühmten PeireSc bloß durch die Nach-lässigkeit seiner Erben verloren gegangen sind. Aber man findet dieseManuscripte in der königl. Bibliothek von Paris aufbewahrt, wo siejeder, der will, sehen und benützen kann.
In der oben bereits erwähnten Einleitung oder dem visoourspröliminLirö, wie er genannt wird, sucht der Verf. auf die frühesteMenschengeschichte zurückzugehen. Indem wir zusehen wollen, wie ihmdies gelingt, können wir den Lesern zugleich eine Probe seines Ver-trags geben. — „Von welchem Gesichtspunkte aus man auch daSMenschengeschlecht betrachtet, immer tritt «nS, wenn wir uns denLittrew uu 34