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ler geahnt haben soll. Ihre nahe gleich großen Distanzen von derSonne, die Coincidenz ihrer Knoten, die geringe gegenseitige Neigungihrer Bahnen, und vielleicht auch ihr sehr geringes Volum, ließen unsschließen, daß sie alle durch die Zersprengung irgend eines großenPlaneten in dieser Gegend entstanden sind, und man weiß, mit wel-chem glücklichen Erfolg OlberS diese Idee benutzt hat, der zwei dieserneuen Himmelskörper in der Gegend der Knoten der beiden anderenaufgesucht, und auch in der That gefunden hat. Auch haben uns diePlaneten Veranlassung gegeben, die mathematische Theorie der Stö-rungen (das berühmte Problem der drei Körper) weiter auszubilden,doch ist man in dieser Ausbildung bisher noch nicht sehr weit gekommen,da man noch immer gezwungen ist, für diese Planeten dieselbe bloß aprori-mirteMethode (diesogenanntenQuadraturen) anzuwenden, die man bisherbloß für die Perturbationen der Kometen zu brauchen pflegte. Diese neue»Planeten haben uns die Masse Jupiters, die man unter allen am be-sten zu kennen glaubte, um nahe den zweihundertsten Theil ihres bis-herigen Werthes größer gezeigt. Aus den Perturbationen nämlich,die Juno vom Jupiter erfährt, fand Nikolai, aus den Perturbationender Vesta fand Encke, und endlich aus den Perturbationen der Pallasfand Gauß, daß die bisherige Masse Jupiters in dem Verhältnissevon 1 zu 1.02 vergrößert werden müsse. Diese Correction war umso wichtiger, da Jupiter, der größte aller Planeten, einen so bedeu-tenden Einfluß auf die Bewegungen aller übrigen Körper unseres Son-nensystems hat.
Zu den bedeutendsten theoretischen Arbeiten des neunzehntenJahrhunderts zählt er Poisson'S berühmtes Memoir über die „Unvcv-änderlichkcit der großen Aren der Planetenbahnen." Lagrange undnach ihm Laplace hatten zwar früher schon diesen für die gesammteAstronomie höchst wichtigen Satz annähernd bewiesen, aber Pviffonzeigte, daß er auch dann noch gilt, wenn man auf die Quadrate derstörenden Massen Rücksicht nimmt. Dieses Memoir eines damalsnoch ganz jungen Mannes veranlaßte den greisen Laplace, die ganzeLehre von den säculären Störungen noch einmal durchzuarbeiten, unddie bisher gelassenen Lücken derselben auszufüllen, so wie eS zugleichdem berühmten Lagrange Gelegenheit gab, seine wichtige „Theorieder Variation der Constanten" aufzustellen, und zugleich in allen ihrenHauptthcilen und Anwendungen auszubilden. Ohne uns hier auf einenähere Erklärung dieser Theorie einzulassen, wollen wir nur bemerken,daß sie daS beste Mittel ist, die schwersten Probleme der Mechanikaufzulösen, wenn man sie von den zufälligen Nebenumständen entklei-det, durch welche sie eben so schwer alö verwickelt gemacht werden.Mit dieser Theorie kann man sich z. B. von dem einfachen Falle derBewegung eines einzigen Planeten um die Sonne sogleich zu demganz allgemeinen erheben, wo dieser Planet den störenden Einwirkun-gen aller anderen Planeten des Systems ausgesetzt wird. In derLehre von der Rotation der Himmelskörper um ihre eigenen Aren istschon der einfache Fall, wo der Körper keiner accelerirenden Kraft un-