2. 2. v. Littrow's Biographie.
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Hause. Der Reiter verliert in dem Sturme seiner unwillkürlichenFlucht bald Hut, Bügel, Peitsche, nur den Sattel nicht, bis er endlicham Schloßthore durch die rasche Wendung des Renners zu Bodenstürzt. Obschon er noch von Glück zu sogen hatte, da das entsetztePferd auch mit derselben Eile durch die enge Stallthür raste, an derLittrow sicher zerschmettert worden wäre, so hatte ihn doch eine heftigeContusion am Kopfe, mit dem er an die steinerne Verbrämung deöThores geschleudert war, aller Besinnung beraubt, und selbst als ersich körperlich wieder ganz erholt, erinnerte ihn eine auffallende Schwächedes Gedächtnisses noch lange Zeit an das fatale Erlebniß. Erst nachund nach wurde er sich seiner früheren Zustände wieder bewußt, uudMonate vergingen, ehe auch diese Nachwehen des Unfalles ver-schwunden waren. Littrow aber entsagte für immer dem Vergnügender Jagd.
Baron Gastheimb war der biederste, beste Mann den man findenkonnte. Seine ganze Umgebung ward bis zur Verzögenheit gut ge-halten; daö galt denn auch von seinen Lieblingshunden, die am Endedas Brod verachteten, das er von seinem eigenen Tische ihnen gab.„Hör' er", sagte er eines TageS zu seinem eben anwesenden Jäger„mit den Bestien ist'S nicht mehr auszuhalten, sie wollen nichts mehrals Braten und Zuckerwerk. Gibt's da kein Mittel dafür?" —„O fa, wollen Euer Gnaden mir die Hunde nur aus etwa acht Tageanvertrauen, ich will sie schon ziehen." „Nun meinetwegen, aber hörter? mißhandeln und etwa schlagen muß er mir sie nicht, denn eSfind doch eigentlich recht gute Thiere." — „Kein Haar soll ihnengekrümmt werden" und so kamen die Hunde in des Jägers Obhut.Noch vor dem Ablauf der bestimmten Frist ließ dieser dem Baronmelden, daß die Hunde bereits curirt seien, er möge sich selbst durchden Augenschein überzeugen. Alle Hausgenossen mußten zu dem Ex-perimente mit hinunter in den Hofraum; der Jäger ließ die Thiereaus dem Stalle, und warf ihnen — rohe Kartoffeln vor, über diesie mit Heißhunger herfielen. Der Baron freute sich anfangs desErfolges. „Aber wie Teufel hat er denn das gemacht?" „Ganzeinfach, Euer Gnaden, ich habe ihnen nichts anderes zu fressen ge-geben." „Oh! die armen Thiere." Wenig fehlte, so wären demguten Manne Thränen in die Augen getreten; die Hunde mußtengleich herauf zur Tafel, und heute wenigstens schadlos gehalten wer-den; künftig aber sollte man sie nicht mehr verhätscheln, eine Maß-regel, die denn auch ganze acht Tage streng gehalten wurde.
Von Littrow meinte Bäron G., er käme ihm vor, wie ein vor-sichtiger Wandersmann, der in seinem Reifebündel stets alle unent-behrlichen Bedürfnisse und HauSmittelchen bereit halte, um selbst-ständig zu bleiben und überall gleich abzuhelfen, wo es Npth thue. —
Littrow hätte aus diesem Kreise sich schwer trennen können, ganzbesonders da eS auch an einem Liebesverhältnisse nicht fehlen sollte,wenn eine Tante seiner Zöglinge, eine ihm eigentlich sehr gewogeneFrau, aber heftige Aristokratin nach altem Zuschnitte, nicht zuweilen