I. I. v. Littrow's Biographie.
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„ mir gerade an der Lust dazu gefehlt — ach »ein, gar manches Mägd-E lein stach mir in die Augen, ich hätte für mein Leben gern ange-l bunden, wäre mit meinem Liebchen in die Hölle gegangen und hättel eS nicht zu heiß gefunden; aber das Hofmachen war meine Sachenie, die Zeit war mir zu kostbar, meine Arbeiten ließen mich baldwieder alles vergessen; wenn'S hoch kam, schwärmte ich für mich inmeinen Herzenöneigungen, wie der Bär an seinen Tatzen saugt, wenner nichts besseres zu beißen hat. Wenn in meinen jungen Jahrenmein Bruder und manche meiner Schulcollegen die Heiligen in diesem' Punkte spielten, obschon sie, wie ich recht wohl wußte, im stillen ganzanders dachten, ärgerte mich die Gleißnerei, und ich ließ meine Galleim Widersprüche aus, machte den Bramarbas so, daß sie alle, amEnde gar auch mein Vater mich für einen Wüstling hielten. Kamdann aber der Sonntag und ich sah meine Bekannten zu ihren Lieb-chen laufen, begegnete ihnen, wie sie, die Schönen am Arme, daher-stolzirte», da konnte ich mich des Neides nicht erwehren, und ließmich meine tölpelhafte Unschuld wacker verdrießen. Und doch, rechtgut, daß eS so gekommen, recht gut, daß ich mit keiner meinerHerzenödame mich ernsthaft eingelassen, ich hätte überall in denD....gegriffen. Da begeisterte mich einmal eine Schauspielerin, wie erschrackich, als sie mir bald darauf im Leben, nicht auf den Brettern zuGesichte kam, ein andermal war eS eine arme Dame hohen Stan-des,- auch sie hätte schwerlich mich glücklich gemacht — aber, daSdachte ich immer und denke ich noch, beneidenöwerth muß das LooSdesjenigen sein, der das Mädchen seiner Wahl als tüchtige Lebens-gefährtin heimführen, der auö eigentlicher Liebe glücklich heirathenkann." —
Noch in demselben Jahre erhielt Littrow einen Adjuncten, undhatte eben angefangen, sich seines wohlbcstcllten Hauses und einer ge-ordneten Thätigkeit zu freuen, als die damals in Europa wüthendeGeißel des Krieges auch ihn heimsuchte, und den 14. Juli 1809 daSfranzösisch-polnische Heer in Krakau einrückte (nachdem drei Tage! vorher der erste Sohn ihm geboren und gestorben war). Nun brachen! alle Uebel über ihn ein, die gewöhnlich im Gefolge solcher Ereignisse- sind: die Sternwarte, wurde der vielen Einwendungen von seiner. Seite ungeachtet, in ein Pulvermagazin verwandelt, die Besoldung. blieb auö, die Preise der LebenSmittel stiegen zu einer kaum zu er-schwingenden Höhe, alle Verbindung mit den österreichischen Behördenhörte auf. Auch jetzt noch benützte Littrow jede erhäschte ruhigeStunde zu wissenschaftlicher Thätigkeit; am Ende des Jahres wurdeeine nicht unerhebliche Anzahl theoretischer und praktischer Arbeitenzum Drucke befördert.
Endlich aber stieg die häusliche Noth so sehr, daß auf schleunigeAbhülfe gedacht werden mußte. Man hatte bereits den Werth desMannes, obschon seine öffentliche Laufbahn kaum seit zwei Jahrendatirte, so gut zu erkennen Gelegenheit gehabt, daß eS an Anerbie-; tungen, seine traurige Lage zu verbessern, nicht fehlte. Von öfter-