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Dritter Band.
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I. I. v. Littrow'S Biographie.

Codirector mit ihm gleiche Rechte genieße, und die von ihm gewünschtedespotische Einrichtung jeder wissenschaftlichen Thätigkeit, die vor allemein freies Wirken nach eigener Ueberzeugung verlange, nur hinderlichseyn könne.

So unangenehm für Littrow alle diese Vorgänge seyn mußten,so erreichte seine Noth doch ihren Gipfel erst, als er nach VollendungdeS Wohnhauses am 25. April 18 l8 mit seiner Familie den Bergbezog. Auf der Spitze eines steilen nackten Felsens (70 Klafter überder Donau) lebte man hier weit entfernt von aller menschlichen Ge-sellschaft und Hülfe (der kürzeste Fußsteig erfordert 2500, der Fahr-weg 3600 Schritte vom Mittelpunkte der Stadt aus), im Sommerunter Schlangen, die in der nächsten Umgegenv der Sternwarte inzahlloser Menge nisteten, im Winter unter Füchsen und Wölfen, wiedenn während Littrow'S Aufenhalt ein Jagdlicbhaber gleich neben demTempel UranienS Luder streute, und sich auf die Lauer gegen dieseThiere legte. Mit den ersten und nothwendigsten Bedürfnissen deSLebens war man in immerwährendem Kampfe. Im Sommer keinWasser, als das auö der Donau den langen steilen Weg mühsamhinausgeschleppte, welches dadurch dem Weine im Preise nahe kam.Eine sogenannte Quelle, 600 Schritte von der Sternwarte, war ansich nicht ergiebig genug, und versiegte vollends in den Sommermo-naten; eine Cisterne, die mit Regenvaffer gespeiset werden sollte, warso schlecht gebaut, daß sie schon zwei Stunden nach dem heftigstenRegen keinen Tropfen enthielt. Im Winter oft mannshoher Schneeund ganze Wochen hindurch keine Möglichkeit, zu Wagen oder auchmit Victualien beschwert zu Fuße hinauf und hinab zu kommen, dabeidas Wohngebäude so feucht, daß alle Lebensmittel schon nach dreiTagen verdarben; die Erziehung der Kinder mit unendlichen Schwie-rigkeiten verbunden, da alle Schulanstalten für die dort Wohnendennicht mehr eristiren; endlich im Falle der Erkrankung ärztliche Hülfeimmer nur spät, oft gar nicht möglich. Von den sämmtlichen In-strumenten war nur das MittagSrohr in ziemlich brauchbarem Zu-stande; als Littrow aber sich anschickte, sich desselben gemeinschaftlichmit PaSquich zu bedienen, verlangte dieser eS sofort ausschließend fürsich, so daß Littrow sich schriftlich verbürgen sollte, es ohne seine Er-laubniß nicht zu berühren, und als Littrow dies seiner Pflicht ent-gegen erklärte, drohte PaSquich in einer amtlichen Klagschrift an dieBehörden: „coactiono utsr in üelensionom juris mei äirvelorisIi8."Littrow wendete sich, um weitere Unannehmlichkeiten zu vermeiden, anein anderes Instrument, und wollte dieses so gut wie möglich in Standsetzen; allein nun wurde ihm die Thür des ObservationSsaaleS über-haupt versperrt und der Schlüssel vorenthalten. —

Littrow hatte bisher mit aller nur möglichen Mäßigung verfah-ren, und auf jede Art wenigstens den äußern Frieden zu erhalten ge-sucht; als aber PaSquich eine gerechte Bitte nach der andern immernur mit Winkelzügen beantwortete, und Littrow den Winter und mitihm eine qualvolle, ohne allen Nutzen für die Wissenschaft im höchsten