2. 2. v. Littrow'« Biographie.
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In jener ersten Hinsicht scherzte er oft, die Zeit, wo man aus NichtsAlles gemacht, sey längst vorüber, und die Leistungen der Akademien,die nichts kosten, weil ihre Mitglieder, wie man zu sagen pflegt, vonder Ehre leben, stünden mit den Honoraren, die sie geben, im voll-kommensten Gleichgewichte. Ganz besonders aber war Littrow denspäter zu Wien gemachten Versuchen entgegen, durch Privatkräfte jenemMangel eines wissenschaftlichen Mittelpunktes abzuhelfen, wo die Mit-glieder gar onerirt statt honorirt werden, und hielt sich von ähnlichenVereinen, als von welchen er hier durchaus keine Früchte erwartete,aller an ihn in diesem Sinne ergangenen Forderungen ungeachtet, stand-haft fern. — Seine Ansichten über die Modalitäten, mit welchen eineAkademie der Wissenschaften in Oesterreich-zu errichten wäre, findetman in ihrer ursprünglichen Form und frei von jeder fremden Bei-mischung in dem Gutachten, daS er als Dekan der philosophischenFakultät im März des Jahreü 1838 darüber abgab. Er schlug hiervor: Vertretung der sämmtlichen Wissenschaften mit Ausschluß der so-genannten Fakultätsstudien; zwölk ordentliche Mitglieder, jedes mit2000 fl. C. M. jährlichen Gehaltes, sechs Adjuncten, jeder mit1000 fl. (die Stellen eines Präsidenten und Vicepräsidenten solltenentweder ganz wegbleiben, oder unentgeltiche Ehrenämter seyn), zweiKanzlisten, jeder mit 500 fl-, eine Zulage von 1000 fl. für denzum Secretär gewählten Akademiker, 2000 fl. zur Bestreitung derCorrespondenz u. s. w.; 4000 fl. für den Druck der Memoiren unddas Honorar der correspondirenden Mitglieder, endlich zwei jährlichePreise zu 500 fl., so daß die laufenden Auslagen 39,000 fl. betra-gen hätten. Zur Deckung derselben wies Littrow nach dem Beispieleähnlicher Einrichtungen in Rußland , Württemberg und andern Ländernauf die in Oesterreich, mit Ausschluß von Ungarn und Italien, er-scheinenden Kalender hin, und zeigte aus amtlichen Daten, die ihmhiezu mitgetheilt waren, daß diese Quelle mehr als hinreichende Mittelbiete. Littrow gab in dieser Beziehung zwei Wege an: die Heraus-gabe sämmtlicher Kalender zu einem Monopol zu machen, wodurchjährlich wenigstens 43,000 fl. eingehen würden, oder den Stempel,welchem alle Kalender bereits unterliegen, zu erhöhen, wodurch sichjährlich ein Einkommen von 48,000 fl. ergäbe, wenn man die Stem-pel zu 1, 3 und 6 kr. verdoppelte, und jene von 12 und 24 kr.auf 20 und 30 kr. steigerte. — So nahe übrigens diese Angelegen-heit ihm am Herzen lag, so zog er sich doch äußerer Umstände wegenbald, nachdem er jenes Gutachten abgegeben hatte, davon zurück,und überließ daS fernere Gedeihen dieser Sache der Zukunft.
Die Versammlung der Naturforscher besuchte Littrow zum letztenMal im Jahre 1836 zu Jena. Wir lassen wieder einige AuSzügeaus seinen Briefen während dieser Reise folgen. So schreibt er am4. September aus Karlsbad, nachdem er über den Ausbruch der Cho-lera in Prag gesprochen: „Und nun genug von dem Zeug. Ich warkaum aus dem Präger Loche, das sie ihr Thor nennen, heraus, alsmir leicht wurde, wie einem Vogel. Ich hätte fliegen, zu Euch fliegen