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1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
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Dritter Abschnitt.

Von der Temperatur der Oefen.

§. 47 »

^*bemisten und Künstler, die Gebrauch von Schmelzöfen machen, wissen aus täglicher^Erfahrung, daß ähnliche Oefen, die aber von verschiedener Größe sind, keineSwegesgleiche Temperaturen verschaffen; sie wissen eben so, daß sie nicht in allen Punkten desinnern Raums ein und eben desselben Ofens, einerley ist. Aber bis jeho ist noch keineRegel angegeben worden, nach welcher dieser Unterschied, bey der großen Mannigfaltigkeitder Oefen, welche uns die Ausübung der Künste darbiete^, bestimmt werden kann. EineArt von Tappen im Finstern hak bey dem Baue der meisten den Vorsitz gehabt, undwenn man mit ihrer Wirkung zufrieden ist, so erlaubt man sich, und das nicht ohneGrund, nur mir der größten Vorsicht, Veränderungen zu machen; ein dem Ansehennach geringer Unterschied in den Verhältnissen ihrer Abmessungen, giebt oft einen sehrgroßen bey den Resultaten. Indessen sind doch einige ganz nach Regeln, die man ausden Grundsätzen der Naturlehre schöpfte, erbauet worden; da aber der Erfolg nichtallemal den gefaßten Erwartungen entsprochen hat, so war man genöthiger einzugestehen,daß man diesen Grundsätzen zu viel Ausdehnung gegeben habe, oder selbst daß sie garnicht einmal anwendbar seyen.

§. 48 -

Die Kuppel oder das Gewölbe ist derjenige Theil des Ofens, welcher die meisteAufmerksamkeit auf sich gezogen hat; man unterscheide-: zwey Hauptarten: die eine ist vonelliptischer, die andere aber von parabolischer Figur. Bey der erstem hat man voraus?gefetzt, daß die Hitzsirahlen, die von einem ihrer Brennpunkte ausgehen, von derOberfläche so zurückprallen würden, daß sie sich in ihrem andern Brennpunkte vereinigen,wo also die Temperatur am höchsten seyn würde; bey der zweyten Art setzte man voraus,daß das auf der ganzen Ebene der Grundfläche verbreitete Feuer feine Strahlen parallelmit der Achse absenden würde, die dann von der Oberfläche nach dem Brennpunkte zurück?geworfen, und sich daselbst krentzen wurden, wo also die Temperatur am höchstenseyn müßte.

In dem einen und dem andern Falle gierig man von der Voraussetzung aus, daßdie Intensität der Temperatur von der Zurückwerfung der Flamme von der Gewölbeflächeabhänge, indem sie unter eben dem Winkel zurückpralle, unter dem sie aufgefallen sey,wie dieses mit den Lichtstrahlen auf einer polirten Fläche der Fall ist. Man mußte um somehr bewogen werden, diesen Grundsatz gelten zu lassen, als die Erfahrung wirklichlehret, daß man einen sehr brennbaren Körper, zuM Beyspiel Schießpulver, vermittelsteiner glühenden Kohle entzünden kann, wenn man diese in einen der Brennpunkte einespolirten metallenen Blechs von elltptischer Form, legt, das Pulver aber in den andern

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