Buch 
1 (1802) Versuch einer ausführlichen Anleitung zur Glasmacherkunst
Entstehung
Seite
204
JPEG-Download
 

204

Um diese Unbequemlichkeit ;u vermeiden, rührt man dir Sode beständig um, damitihre Theile im Wasser schwebend bleiben, und an allen Seiten von ihm berühret werden.

Gesetzt man habe zwey Reihen von bleyernen Gefäßen (wie Fig. 7.). Jedes Gefäßsey 1; Fuß lang, etwa 3 Fuß 10 Zoll breit, und 1 Fuß 2 Zoll tief. Die erste Reihenbestehe aus den Gesäßen 1.2. 3. 4. und die andere aus den Gefäßen s. 6. 7. 8.

Die Sode wird in der ersten Reihe anfänglich in dem Gefäße 1. und eben dieselbe,nach und nach in den Gefäßen 2. 3. und 4. ausgelaugt.

Das hiezu bestimmte Wasser wird zuerst in das Gefäß'4. gethan, aus welchem erhierauf nach und nach, über die Sode in den Gefäßen 3. 2. und i. abgelassen, au§diesem letzrern aber in ein Sammelbehälter gethan wird.

Auf diese Art fließt die Lauge nach und nach aus einem Gefäß in das andere,entweder durch Oeffnungen, die etwa z Zoll über dem Boden eines jeden angebrachtssnd, oder durch Heber, und man bringt sie durch Schöpfen mit hölzernen Kübeln (dieder Franzos ecloppes nennt), wieder in die.obern Gefäße.

Eben so wird auch in der zweyten Reihe 5. 6. 7. 8- verfahren; aber im Ganzen derOperation, geschiehet die Arbeit Wechselsweise, indem man von einer Reihe zu derandern übergehet, und zwar auf folgende Weise.

Wir wollen annehmen, es befände sich in dem Gefäß 1. etwa 800 ifc. frischeSode, und man habe die Lauge aus N°. 2. darüber gelassen, so wird nun diese Sodein der Lauge if Stunde lang beständig umgerührt (welches der Franzos mit dem Kunst-wort touiller la Soude ausdrückt).

Die nämliche Operation geschiehet i§ Stunde lang in dem Gefäß 6, mit derSode aus N°. 5.* unt» der Lauge aus N°. 7. Man kehrt alsdann zu dem Gefäß N°. 3.zurück, wo die Sode aus N°. 2. mit Lauge aus N°. 4. durchgearbeitet wird. Hieraufkommt die Reihe an N°. 8> wo die Sode aus N°, 7. mit 3200 1 b. frischen Wassers,aus einem Behälter, oder sonst woher, durchgerührt wird.

Nun werden in N°. ;. 800 tb. frische Sode gethan, und mit der Lange aus N°. 6.bearbeitet. Hierauf folgt N' 0 . 2. mit Sode aus >. und Lauge aus N°. 3.; endlichkommt man zu dem Gefäß N°, 4., wo die Sode N°. 3. mit 3200 ib. frischen Wassersübergössen wird.

Man fängt nun wieder bey dem Gefäß N°. 1. mit 800 Jb. frischer Sode an, undfährt so, wie oben gezeigt werden, fort.

Folgende Tafel macht die Folge dieser Operation deutlicher.