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Denkschrift zur Feier des hundertjährigen Jubiläums der naturforschenden Gesellschaft in Zürich / G. von Escher und J. J. Siegfried
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Doch unerwartet schnell ward Alles anders. Am 24. Juni 1793 schrieb Geßner seinemHaüer: »IKimloriln Inmav die intor 3 ol 4 ooolis Iwrom innximo «norm» ot oivimn ol nioi-»oorum luotu uliiit (lol. »nslor 8ol>ouollxorus, j>ostqimi» per qualuvinloriiu dios tobri dooubuil»ounlinun romitlonto.« In Folge dessen gieng die Professur und das Canonicat auf JohannesSchcuchzer^), damals Landschreiber in Baden, über. Geßner aber erhielt den Lehrstuhl derMathematik und trat ihn sofort mit einer Rede von dem Nutzen der Mathematikfür die christliche Religion, die Wissenschaften und die Bequemlichkeitendes Lebens an. Auch Scheuchzers Stelle vertrat er längere Zeit, und als dieser I7Mseinem Bruder ins Grab folgte, wurde er sein Nachfolger, nicht nur auf dem Lehrftuhleder Physik, sondern auch in dem ansehnlichen Canonicate, das seit Bullinger nie mehr einemso jungen Manne zugefallen war. Nun war er unabhängig, konnte die ihm lästige medizi-nische Praxis beseitigen, durfte sich ganz seine» Lieblingsstndien widmen, und besaß dieMittel, seine verschiedenen Sammlungen weiter zu führen. Sein Glück zu krönen, fand erin der Tochter Junker Landvogt Gschers eine Frau, die ihm bis in die späteste» Tage liebe-voll und hülfreich zur Seite stand ^).

Als Lehrer war Geßner unermüdet; oft ließ er sogar, wenn er krank war, seine Schülervor sein Bett kommen. In jeder Wissenschaft, die er zu lehren hatte, diktirte er kurzeUebersichten, welche von den schwächer» Schülern zwar oft nur mit großer Mühe aufgefaßtwurden, während sie dagegen den Eifrigern zu einer Uebersicht und Klarheit verhaften,die ihnen spätere Studien zum angenehmen Spiele machten^). Für Präparationen undExperimente besaß er eine seltene Handfertigkeit, und wußte sie mit großer Deutlichkeit zuerklären.

Um die durch öffentlichen nnd Privatunterricht unter seinen Mitbürgern nach und nachverbreitete Liebe z» den Naturwissenschaften auf längere Zeit hinaus zu erhalten und zubeleben, ließ sich Geßner durch Nahn und Heidegger ^) zur Stiftung der naturforschenden

28) Johannes Scheuchzer (1684-1738) war der jüngere Bruder Johann Jakobs, und hattesich durch seine Untersuchung der bis auf ihn sehr vernachlässigten Familie der Gräser bekannt gemacht.

29) Wie vergnügt nun im Allgemeinen Geßner war, zeigt folgende Stelle eines Briefes, dener Ende 1742 an Haller schrieb : » 6nvtoruw boalissimo viv» ouw oarissim» wo» oanjugv. prolo«livot »dlnio destittitus, Stipendium prutossi'onis »ivav satis «wpliii» ost, ot »ödes ouwwod»,-.»nee kortulus ot Villa dosen!, truor otiin» »wiois, pauvis vor» gui älodio» »»> I'bxsion amont."

3l»> Hirzels Denkrede, S. 8», u. s. f.

31> Heinrich Ratzn aus Zürich (1709-1786), praclischer Arzt und später Rathöherr. Er be-begable die physikalische Gesellschaft nicht nur mit interessanten Arbeiten (S. die gedruckten Abhand-lungen derselben), sondern auch mit ansehnlichen Geschenken an Büchern und Instrumenten.

32) Hans Conrad Heidegger aus Zürich (1710-1778); einer der vorzüglichsten Staatsmännerseines Vaterlandes nnd in spätern Zeiten dessen Oberhaupt.

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