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namentlich in Frankreich seit vielen Jahren die Ergebnisse des französischen Handels mit allen Nach-barstaaten und also auch mit her Schweiz amtlich zusammengestellt und durch den Druck bekanntgemacht worden sind.
In neuerer Zeit haben die eidgenössischen Behörden getrachtet, durch die schweizerischen Konsulnim Ausland sich ein möglichst getreues Bild von dem schweizerischen Handel zu verschaffen. DieBerichte derselben waren aber meist sehr dürftig; am vollständigsten waren noch diejenigen der inüberseeischen Staaten residirenden Konsuln, am dürftigsten aber erschienen von jeher die Berichte derschweizerischen Konsuln in Italien, die sich stets darauf beriefen, alles und jedes Material zu ent-behren, um den gegenseitigen Handel auch nur annähernd bestimmen zu können.
Diesem Mangel ist durch die nachfolgenden Uebersichten über die aus der Schweiz herrührendeDurchfuhr durch das österreichische Zollgebiet theilweise abgeholfen; wenn der vorliegenden Arbeitvaher überhaupt irgend welcher Werth beigelegt werden will, so besteht derselbe wohl zunächst inden Aufschlüssen über die Ausfuhr aus der Schweiz nach Oesterreich und über die aus der Schweizherrührende und dahin bestimmte Durchfuhr, indem darüber bisher alle und jede genaueren Auf-schlüsse gefehlt haben.
Seit Jahren hatte ich mich an verschiedene an der österreichischen Gränze längs den Kanto-nen St. Gallen, Graubünden und Tessin wohnende Geschäftsleute mit der Bitte gewendet, mirAufschlüsse über den gegenseitigen Verkehr zukommen zu lassen, bin aber meist dahin beschiedenworden, es sey unmöglich diesen Verkehr gehörig zu ermitteln.
Diese übereinstimmenden Aeußerungen überzeugten mich davon, daß selbst von den Gränzbe-wohnern wohl nur wenige ein klares Bild der zwischen der Schweiz und Oesterreich bestehendenHandelsverhältnisse haben mögen, und in dieser Ueberzeugung bin ich noch bestärkt worden durcheinige gefällige Mittheilungen über den gegenseitigen Verkehr an einzelnen Gränzpunkten, die mirendlich zu Theil geworden sind, sowie durch die Einsicht in Denkschriften, welche in frühern Jahrenschweizerischer Seits entworfen und österreichischen Stellen in der Absicht eingegeben wordensind, um Zollerleichterungen zu erhalten, und aus welchen allen sich ergibt, daß ein deutliches Bildüber die gegenseitigen Handelsverhältnisse den Verfassern abging. —
Diese Lücken hoffe ich nun durch die vorliegende Arbeit einigermaßen auszufüllen und wenig-stens einiges Licht auf die zwischen der Schweiz und Oesterreich bestehenden Handelsverhältnisse zuwerfen, über welche man bisher großenteils im Dunkeln war; von diesem Standpunkte aus darfich denn auch hoffen, daß der vorliegenden Arbeit, wie den frühern ähnlichen, eine schonende Beur.theilung zu Theil werde.
Bern, den 8. Juni 1847.