§. 7. Mitwirkung Deutschlands . 99
In den Staaten des mittleren Deutschlands , des Haupt-gebietes für mehrere der wichtigsten Gewerbzweige, gingen zunächst imKönigreich Sachsen die Ausstellungsgeschäste von dem Ministerialrath9r. Weinlich zu Dresden als speziellen Kommissar für dieselben aus;m den Thüringischen und Anhaltini scheu Vereinsstaaten über-nahmen die betreffenden Ministerien und Landesregierungen selbst dieeinschlägigen Geschäfte, und nur in dem Fürstenthum Reust jüngererLinie wurde die Gcraer Handelskammer mit den hierauf bezüglichenArbeiten beauftragt. Im Herzogthum Braunschweig wurde einebesondere Kommission für die Ausstellungsgeschäfte unter dem Vorsitzdes Professor Dr. Varrentrapp gebildet.
In den Vereinsstaaten des westlichen Deutschlands bestandenfür Kur Hessen zwei Ausstellungskommissionen zu Kassel und Hanau ,Unter dem Vorsitz der betreffenden Bezirksdirektoren. Im Groß her-zogthum Hessen besorgte der Präsident des Gewerbcvercins, Mi-uisterialrath Eckhardt in Darmstadt, in der freien Stadt Frankfurt eine besonders für diesen Zweck errichtete Kommission unter dein Vorsitzdes Herrn Junge, im Grostherzogthum Luremburg die dortigeHandelskammer, in dem Herzogthum Nassau das Kollegium fürHandel und Gewerbe im Herzoglichen Ministerium, in den Fürsten -thümern Birkenfcld und Lippe die dortigen Landesregierungen dieeinschlägigen Geschäfte. In diesen Ländern waren es besonders Offen-bach, Hanau, Frankfurt, Mainz , in denen sich eine lebhafte Theil-nahme für die Unternehmung zeigte.
Unter den größeren Fabrikländern des Zollvereins traten am zahl-reichsten aus Rheinpreusten 308, aus Brandenburg 224, aus dem Kö-nigreich Sachsen 203, aus Württemberg 130 Aussteller auf und bil-deten über die Hälfte des Ganzen.
Von den Norddeutschen Staaten außerhalb des Zollvereins War es nur Hamburg , wo man, angeregt durch die lebhafte, stetsZunehmende Handelsverbindung dieser Stadt mit Großbritannien , eifrigdas Unternehmen beschickte. Der Vorstand der Hamburgischen Gesell-schaft zur Beförderung der Künste und nützlichen Gewerbe, und ins-besondere dessen Dirigent, Dr. W. Krämer, übernahm die EinsammlungUnd Einsendung der Anmeldungen, sowohl für Hamburg selbst, als fürdas benachbarte Herzogthum Holstein und für die Stadt Bremen .Bei der Generaldirektion des Gewerbevereins für das KönigreichHannover , so wie bei dem Großherzoglich OldenburgischenMinisterium des Innern, bei dem Senate der freien Stadt Lübeck ,bei den Großherzoglich Mecklenburgischen Ministerien zuSchwerin und Neustrelitz gingen nur wenige Anmeldungen ein.
In Folge der durch diese Organe eingegangenen Anmeldungen undbewirkten Einsendungen haben sich folgende Städte und Jndustrieplätzebei der Ausstellung betheiligt: